Folgen der Japan-Katastrophe beeinflussen Hightech-Branche

  1. 06.04.2011 16:01
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Apple Japan
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Der Hightech-Verband BITKOM hat in einer Stichprobenumfrage mehrere in Deutschland ansässige große Händler und Produzenten im Bereich der Unterhaltungselektronik sowie der Kommunikations- und Informationstechnik befragt. Von fünf dieser Unternehmen lassen sich vier mit wichtigen Vorprodukten wie Bauteile oder Einzelkomponenten (Sensoren, Wafer, Chips) und Waren oder Endprodukte japanischer Hersteller beliefern.

Inzwischen stellen 17 Prozent der befragten Händler und Produzenten Lieferschwierigkeiten bei den genannten Produkten fest. Mit Engpässen rechnen 19 Prozent der befragten Unternehmen in den nächsten Wochen, in den nächsten Monaten erwarten 29 Prozent solche Probleme. Mit gar keinen Folgen rechnet lediglich ein Fünftel.

Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, BITKOM-Präsident, erläutert dazu: "Die Nachwirkungen des Bebens, des Tsunamis und des Reaktor-Unglücks wirken sich immer stärker auf die weltweite Lieferkette im Hightech-Sektor aus. Die ungewöhnlich starken Nachbeben und die weiterhin schwankende Stromversorgung in einigen Regionen des Landes stellen die Produzenten immer wieder vor Probleme." Auch wenn bereits etliche japanische Werke wieder mit der Produktion beginnen und mit Hochdruck an Reparaturen arbeiten, läuft die Produktion in vielen Fällen noch nicht wieder vollständig an.

Preissteigerungen durch Japan-Katastrophe

Außer der Probleme bei den Lieferungen von Produkten und Komponenten stellen 21 Prozent der befragten Unternehmen bereits erhöhte Preise fest. Die gleiche Anzahl erwartet in den nächsten Wochen höhere Preise, in den nächsten Monaten 17 Prozent. Mit gleichbleibenden Preisen rechnen 19 Prozent, sich in der Frage unsicher sind 10 Prozent.


Radioaktive Belastung – ja oder nein?

Laut BITKOM besteht aktuell kein Risiko, dass importierte japanische Produkte radioaktiv belastet sind. Lieferungen, die per Schiffstransport durchgeführt werden und jetzt in den Handel kommen, sollten nach Meinung der BITKOM bereits vor dem Unfall im AKW Fukoshima unterwegs gewesen sein. Zusätzlich werden die Schiffe in den Häfen und vom Zoll überprüft. Um Produkte, die per Flugzeug transportiert werden, kümmert sich ebenfalls der Zoll, indem er den größten Teil auf Strahlenbelastung kontrolliert.

Im vergangenen Jahr sind von Deutschland Produkte aus der Hightech-Branche im Wert von insgesamt 3,4 Milliarden Euro aus Japan eingeführt worden. Fertige Produkte der Unterhaltungsindustrie wie beispielsweise Digitalkameras und Fernseher wurden im Wert von 730 Millionen Euro importiert. Geräte der Informationstechnik wie Drucker, Notebooks und Ähnliches erreichten ein Importvolumen von 670 Millionen Euro, Produkte wie Mobiltelefone aus der Kommunikationstechnik 430 Millionen Euro. Der Gesamtbetrag des Imports kompletter Geräte beläuft sich auf 1,8 Milliarden Euro, bei Vorprodukten wie Einzelbauteile und -komponenten auf 1,6 Milliarden Euro.

Unter www.bundesregierung.de sind zusätzliche Informationen der Bundesregierung verfügbar, das Umweltministerium informiert auf www.bmu.bund.de.




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