Der Leitzins wird durch die EZB ab 13. April 2011 auf 2,00 % erhöht, wie die Deutsche Bundesbank mitteilt.
Die aufgrund des Aufschwungs seit langem vermutete Entscheidung der EZB, den Leitzins zu erhöhen, wird nun am 13. April 2011 umgesetzt. Seit Oktober 2008 wurden die Zinsen von der Europäischen Zentralbank nicht mehr angehoben. Mit der Erhöhung um 25 Basispunkte wird das Ende des billigen Geldes eingeleitet.
Die Zinserhöhungen im Einzelnen:
Die Zinsen für die Einlagefazilität werden um 25 Basispunkte auf 0,50 % angehoben
Für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems hebt die EZB die Zinsen auf 1,25 % an. Dies entspricht einer Erhöhung um 25 Basispunkte.
Für die Spitzenrefinanzierungsfazilität beträgt der Zinssatz künftig 2,00 % nach der Anhebung der Zinsen durch die EZB um 25 Basispunkte.
Alle Erhöhungen der Zinsen durch die EZB gelten erstmals für Geschäfte, die am 13. April 2011 abgewickelt werden.
Erklärung der VÖB zur Entscheidung der EZB, die Zinsen zu erhöhen
Karl-Heinz Boos, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands VÖB erklärte, dass der VÖB von der Entscheidung der Leitzinserhöhung durch die EZB keinesfalls überrascht war. Mit dem Hintergrund der hohen Preisdynamik während der vergangenen Monate war diese Entscheidung absehbar. Gleichzeitig fordert der Hauptgeschäftsführer des VÖB die Europäische Zentralbank aber auch auf, eine gemäßigte Zinspolitik auf mittelfristige Sicht anzusetzen, da noch immer Risikofaktoren bestehen, die das Wirtschaftswachstum eindämmen könnten.
Wirtschaftswachstum und deutscher Aufschwung
Aktuell wird für 2011 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von Minimum 2,2 % prognostiziert. Im Euroraum erwarten die Experten ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und 1,7 %. Dennoch können sich die immer höhere Staatsverschuldung der Industrieländer und der immer weiter steigende Ölpreis negativ auf das Wirtschaftswachstum auf europäischer und weltweiter Ebene auswirken.