Laut einer ersten Untersuchung des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) unter Berücksichtigung von Veränderungen aller Stromprodukte und der Sondertarife ergab sich eine Steigerung dieser Kosten gegenüber dem Vorjahr. Eine dreiköpfige Familie zahlt statt 41 Prozent in 2010 in diesem Jahr einen Anteil von 46 Prozent der Stromrechnung für Steuern und Abgaben, setzt man einen durchschnittlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr für monatliche 72,77 Euro voraus. Für die Netzentgelte fallen etwa 20 Prozent des Strompreises an, für Vertrieb und Strombeschaffung circa 34 Prozent.
Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage drastisch erhöht
Durch die EEG-Umlage ist der Strompreis um etwa sieben Prozent gestiegen. Im Durchschnitt müssen laut BDEW Haushaltskunden seit Anfang dieses Jahres aber 5,3 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen als im letzten Jahr. Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Hildegard Müller, erklärt, wie dieser Unterschied entsteht: "Während der Kostenblock der staatlichen Steuern und Abgaben wieder zugelegt hat, ist der Strompreisanteil, der durch die Erzeugung, den Transport und Vertrieb bedingt ist, erneut durchschnittlich gesunken. Insbesondere die gesetzlich garantierte Förderung der Erneuerbaren Energien hat den Strompreisen zum Jahresanfang zugesetzt."
Der BDEW erläutert weiter, dass die Verbraucher durch die verteuerte EEG-Umlage in diesem Jahr wahrscheinlich insgesamt 13,5 Milliarden Euro bezahlen müssen. In 2010 waren es noch 8,2 Milliarden Euro. Dazu Müller: "Zusätzlich sind in einigen Regionen die Kosten gestiegen, die durch den Ausbau der Stromnetze bedingt sind und durch die Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt werden. Diese Kosten entstehen vor allem durch den von allen gewollten Ausbau der Erneuerbaren Energien."