Die Bild-Zeitung greift in ihrer Ausgabe vom 11.05.2011 die Pläne der EU-Kommission auf, für ältere Autofahrer regelmäßige Fahrtüchtigkeitstests durchführen zu lassen. Die Kommission klärt laut Angaben des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas in zwei Studien, warum gerade ältere Autofahrer häufig in tödliche Unfälle verwickelt sind.
Mehr als 20 Prozent der Verkehrstoten sind über 65 Jahre alt
Immerhin haben 21 Prozent der Verkehrstoten die Altersgrenze von 65 Jahren überschritten, der Anteil der Autofahrer in dieser Altersgruppe liegt aber umgerechnet auf die gesamte EU- Bevölkerung bei 16 Prozent. Eine der Studien soll auch den Zusammenhang zwischen der verstärkten Medikamenteneinnahme älterer Autofahrer und der Häufung von Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang klären.
Werden Fahrtüchtigkeitstests Bestandteil einer überarbeiteten EU-Führerschein-Richtlinie?
Die Anfrage des französischen EU-Abgeordneten Robert Rochefort beantwortete Kallas laut der Bild-Zeitung damit, dass nach Auswertung der Studienergebnisse über eine Überarbeitung der EU-Führerschein-Richtlinie nachgedacht werde. Dadurch sollten die EU-Regeln hinsichtlich der Fahrerlaubnis für ältere Personen einheitlicher gestaltet werden. So ist es in anderen EU-Ländern durchaus üblich, dass Senioren regelmäßigen Fahrtüchtigkeitstests unterzogen werden und ihren Führerschein in vorgegebenen Intervallen verlängern lassen müssen. Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Abgeordneten im EU-Parlament, bezeichnete separate Führerscheinvorschriften für Senioren als diskriminierend und lehnt die Einführung von Sonderregelungen kategorisch ab.