Stromversorgung: Bundesnetzagentur erwartet Winter mit Sorgen

  1. 20.06.2011 11:11
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Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, beobachtet die Probleme hinsichtlich Netzauslastungen als Resultat starker Schwankungen von Angebot und Nachfrage sein einiger Zeit. Seiner Einschätzung nach, stehe das deutsche Stromnetz häufig an seiner Kapazitätsobergrenze. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Winters kein beruhigender Zustand, wie er in Weimar gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zugab.

Schwankungen führen zu mangelnder Planbarkeit
Insbesondere die Tatsache, dass Kraftwerke heutzutage häufig hoch- und heruntergefahren würden und Netzbetreiber immer stärker in die Erzeugung eingreifen, bliebe nicht ohne Auswirkungen. Letzteres sei ursprünglich nur als Notfallmaßnahme gedacht gewesen. Reparaturen seien verschoben, der Ausbau der Netze grundsätzlich vernachlässigt worden. Aktuell spricht der Präsident offen von einer Mangelverwaltung im Netz.

Pfingstzeit bildet IST-Zustand ab und zeigt Grenzen auf
Zur Einschätzung des IST-Zustandes wird gerne die Pfingstzeit herangezogen. Dann wird in der Regel wenig verbraucht, während gleichzeitig viel Sonnen- und Windenergie produziert und in das Netz eingespeist wird. Während in dieser Jahreszeit etwa 35 Gigawatt bei gleichzeitig hohem Angebot an Ökostrom abgefragt würden, seien es im Winter in der Spitze schon einmal mehr als 80 Gigawatt - nicht nur in Deutschland. Dann aber fehle in Ermangelung von Sonnenschein und Windstille das Pendant an Ökostrom. Eine Tendenz, die sich fortsetzen werde.

Der Planbarkeit ebenfalls nicht zuträglich sei nach Auffassung seiner Behörde die Stilllegung der acht Atomkraftwerke. Dadurch werde verhindert, mögliche Stromengpässe regulieren zu können. Es verwundert daher nicht, dass man dort auf die Entscheidung der Bundesregierung hofft, mindestens ein Kraftwerk bis 2013 als sogenannte kalte Reserve am Netz zu halten.

Kurth sieht aufgrund des Mangels an konventionellen Kraftwerksreserven insbesondere in der südlichen Republik die größte Herausforderung darin, Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu garantieren. Daher nehme man sogenannte worst case-Berechnungen vor, um Risiken minimieren und ihnen frühzeitig entgegenwirken zu können.
Konkrete regionale Maßnahmen rechtfertigen Zahlungen

Oberstes Gebot für den Präsidenten der Bundesnetzagentur sei der Ausbau der Netze. Für die in Rede stehenden tausende Kilometer Kabel gelte es, einen Netzplan zu erstellen. Vorrangig müsse die für den Windstromtransport wichtige Starkstromtrasse durch Thüringen bald fertiggestellt werden. Er plädiere aus diesen Gründen dafür, betroffenen Regionen entsprechende Zahlungen als Finanzausgleich zu gewähren. Darüber hinaus wünschte er sich mehr Verständnis für die Bedeutung der Leitungen im Zusammenhang mit der Energiewende.




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