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Von einem historischen Tiefstand spricht Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), und zeigt sich enttäuscht ob der Fertigstellungszahlen im Wohnungsbau im vergangenen Jahr.
So wurden 2010 nur 845 Wohnungen mehr gebaut als im Jahr 2009. Wie das Statistische Bundesamt auswertete, waren 2010 insgesamt 159.832 Wohnungen fertiggestellt worden, davon 53.014 Wohnungen im Mehrfamilienhausbereich und 27.364 Eigentumswohnungen.
Steigende Mieten bei zunehmend begrenztem Wohnungsangebot
Wie der DMB-Direktor ausführte, spiegelten die Zahlen das niedrigste Fertigstellungsniveau seit 50 Jahren wider. Es wird befürchtet, dass ein knapper werdendes Angebot an Wohnungen und eine Zunahme der Nachfrage besonders in Ballungsgebieten (u. a. Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) und diversen Universitätsstädten zu höheren Mietpreisen führt. Schon jetzt zeige sich, dass die Mieten bei Abschluss eines neuen Mietvertrages überdurchschnittlich in die Höhe geschnellt seien - teilweise übersteigen sie die aktuellen Mieten um 20 bis 40 %.
Forderung nach Reaktionen des Bundes
Siebenkotten fordert daher eindeutige Signale des Bundes in Form einer verstärkten Neubauförderung und zusätzlicher steuerlicher Anreize. Um Arbeitnehmern durchschnittlicher Einkommen überhaupt eine Chance auf eine Wohnung in den Innenstadtbereichen der genannten Regionen einzuräumen, hält er Wohnungsneubau für unverzichtbar. Zudem bedarf es seiner Einschätzung nach geänderter Rechtsvorschriften. Er befürwortet Obergrenzen für maximal zulässige Neuvertragsmieten und die rechtlichen Grundlagen, Mietpreisüberhöhungen künftig auch in Teilmärkten ahnden zu können.