Jetzt fangen die Sommerferien an und der Benzinpreis ist in einigen Bundesländern am Wochenanfang bereits viel niedriger. Im Durchschnitt liegt der Preis für einen Liter Super bei 1,51 Euro und bei Diesel bei 1,37 Euro, so eine Shell-Sprecherin in Hamburg. Sie wies darauf hin, dass der Benzinpreis bereits schon länger als eine Woche gesunken ist.
Das liegt daran, dass der Ölpreis weiter sinkt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent war an der Londoner Börse ICE am Montagnachmittag mit 103,84 Dollar über einen Dollar günstiger als am Freitag. Der Preis für US-Öl ist auch gefallen. Die IEA, eine Organisation von 28 Industriestaaten, darunter Deutschland, teilten am Donnerstag mit, dass sie ihre Ölreserven anzapfen werden. Die Mitgliedsstaaten würden 60 Mio. Fass Rohöl auf den Markt bringen, damit der Preis sinkt. Der Rohölpreis brach daraufhin ein. Seit langem war der Benzinpreis sehr hoch. Ca. 57 % sind Steuern und 43 % bekommt die Mineralölwirtschaft zur Kostenabdeckung und Gewinn.
Ende April war der Benzinpreis für Super am höchsten. Es waren 1,61 Euro pro Liter. Zurzeit liegt der Preis für Benzin und Diesel pro Liter 0,07 Euro günstiger als Anfang Juni und 0,10 Euro günstiger als Ende April. Seit letztem Freitag ist der Preis weiter um 0,03 Euro gefallen. Autofahrer sparen bei 1000 Kilometern und 8 Liter Durchschnittsverbrauch zurzeit 8 Euro als an anderen Tagen. Diese Woche fangen die Sommerferien an und der ADAC ist auf eine große Sommerreisewelle auf den Straßen eingestellt.
85 Mio. Barrel Öl werden pro Tag in der ganzen Welt verbraucht. Die Industrieländer wollen über 30 Tage je 2 Mio. Barrel aus ihrer Reserve verkaufen. Eine Förderung von über 1 Mio. Barrel am Tag ist durch den Bürgerkrieg in Libyen ausgefallen. Dies soll jetzt durch den Verkauf der Industrieländer ersetzt werden.
Der Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs ist der Meinung, dass der Ölpreis wieder steigen wird. Er rechne "für Ende nächsten Jahres mit einem Anstieg des Preises für das Fass Brentöl auf 140 Dollar".