Studie: Das Geld wird bei deutschen Behörden knapp

  1. 05.07.2011 10:10
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61 Prozent der deutschen Behörden leiden unter finanziellen Problemen und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Selbst der wirtschaftliche Aufschwung und höhere Einnahmen durch steuerliche Abgaben ändern nichts daran, dass die Situation brisant ist. Die am meisten betroffenen Regionen sind Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland.

Der Verwaltungsexperte Peter Krolle von Steria Mummert Consulting beschreibt die Lage so: "Drei von vier Kämmerern in Norddeutschland schätzen die Lage als ernst ein", so Verwaltungsexperte Krolle. "In Nordrhein-Westfalen stehen 70 Prozent der Städte und Kommunen vor leeren Kassen. In Ostdeutschland sind es 57 Prozent. Im Vergleich steht Süddeutschland am besten da. Weniger als die Hälfte der dortigen Regionalverwaltungen plagen finanziellen Sorgen."

Inzwischen sind über 80 Prozent der Verantwortlichen in den deutschen Landesbehörden besorgt über die weitere Entwicklung. Drei Jahre zuvor lag der Prozentsatz noch bei etwa der Hälfte. Bei sechs von zehn städtischen und kommunalen Behörden ist die Situation nicht viel besser.

Erschreckende Zahlen aus aktueller Studie

Laut aktuellen Ergebnissen der Entscheider-Studie "Branchenkompass 2011 Public Services", die von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut durchgeführt wurde, wurde ein 2010 ein um 500 Millionen Euro höherer Fehlbetrag verzeichnet als noch in 2009. Die Gesamtsumme beläuft sich mittlerweile auf 7,7 Milliarden Euro.

Der Verwaltungsexperte Peter Krolle von Steria Mummert Consulting erläutert: "Der positive Trend am Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Steuer-Mehreinnahmen gehen an den Städten und Kommunen vorbei. Vom Lohnsteuerplus von 16 Prozent profitiert zunächst der Bund. Die Gewerbesteuer, die sich auf Kommunalebene niederschlägt, zieht bei gleichbleibender konjunktureller Entwicklung erst in ein oder zwei Jahren nach. Zudem ist das Lohnsteuerplus auf Tarifanpassungen und den massiven Abbau von Kurzarbeit zurückzuführen, sodass es im Augenblick auch bei den Sozialausgaben nur zu geringen Entlastungen kommt."

Als Mittel zur Finanzplanungsoptimierung und um laufende Ausgaben zu optimieren, werden nun von den Verantwortlichen diverse Maßnahmen ergriffen, so unter anderem die Einführung der kaufmännischen Buchführung. In 21 Prozent aller deutschen Behörden ist eine Erweiterung der E-Government-Angebote vorgesehen sowie in 19 Prozent die Entwicklung von Programmen zur regionalen Wirtschaftsförderung. Diskutiert und geplant werden von den Kommunalverwaltungen außerdem Gebührenerhöhungen und Einsparungen bei öffentlichen Leistungen.




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