Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate erhöht die EZB die Leitzinsen (aktuell bei 1,50 Prozent). Weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen. Banken geben Zinserhöhung an Verbraucher weiter.
Bei Verbraucher- und Dispositionskrediten wird die neueste Leitzinserhöhung der EZB sehr bald zu spüren sein. Am vergangenen Donnerstag hat die Europäische Zentralbank den Leitzins für die Eurozone erwartungsgemäß auf 1,50 Prozent festgesetzt, 0,25 Prozentpunkte höher als vorher. Sparer wird dies freuen. Kredite wollen nun wohl überlegt sein.
Kontoauszug genau prüfen
Die Produktportfolios der Banken spiegeln meist bereits nach kurzer Zeit solche Zinsanpassungen der EZB wieder. Über den Kontoauszug benachrichtigen die Banken ihre Kunden, wie teuer ihr Dispokredit nun wird. Eine Rückfrage bei der Bank lohnt auch bei Rahmenkrediten – ob mit Kreditkarte oder nicht. Variable verzinste Darlehen mit unbefristeter Fälligkeit werden von den Banken spürbarer angepasst als Ratenkredite.
Ratenkredite, vor allem solche mit längerer Laufzeit, refinanzieren die Banken nicht nur über den Geldmarkt und die Zentralbank, sondern auch über den Anleihemarkt. Ein Grund für die schwächere Reaktion von Ratenkrediten auf die Zinserhöhung der EZB. Außerdem wollen die Banken keine Kunden verprellen, die sowieso schon die günstigsten Angebote nutzen und sich sehr preisbewusst orientieren.
Inflation macht Zinserhöhung nötig
Die Inflation im Euroraum zieht stark an, so dass die Währungshüter mit Zinsanpassungen diesem Trend entgegenzuwirken versuchen. Nicht auszuschließen sind nach Expertenmeinung weitere ein bis zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr um 25 Basispunkte. Sich daraus ergebende konjunkturelle Auswirkungen in der Euro-Peripherie sehen die Banker gelassen. Nur eine stark rückläufige Wirtschaftsentwicklung in Europa könnte die EZB zur Senkung des Leitzinses veranlassen, was kaum erwartet wird.
Umschuldung kann sich lohnen
Kreditverträge sollten regelmäßig angepasst werden. Dispokredite könnten unverhältnismäßig teuer werden. Bankkunden mit guter und mittlerer Bonität sollten lieber auf weit preiswertere Ratenkredite setzen.
Ratenkredite aus der Zeit von 2007 bis Mitte 2008 liegen oft auf dem zu hohen Zinsniveau dieser Jahre. Eine Umschuldung bringt hier große Einsparungen. Entspannter können neue Darlehen aufgenommen werden, da sie sich nach der Verbraucherkreditrichtlinie aus dem letzten Jahr richten müssen.
Verbraucher sollten Darlehen und Ersparnisse immer gut im Auge behalten und gegebenenfalls bei Leitzinserhöhungen der EZB mit ihrer Bank über Anpassungen sprechen.