Zahlreiche Kommentare kamen aus den politischen Reihen, nachdem das Statistische Bundesamt vergangene Woche eine Studie „Wie leben Kinder in Deutschland“ vorgestellt hatte. Die SPD-Politikerin Kerstin Griese kritisiert gegenüber der „Welt“ das immer noch zu geringe Elterngeld und zu wenige Betreuungsmöglichkeiten. Die Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt müssten verbessert werden, so Griese. Väter und Mütter brauchten flexiblere Arbeitszeitmodelle. Als ein „Riesenthema“ bezeichnet die familienpolitische Sprecherin der FDP, Miriam Gruß die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fordert eine Gesamtevaluierung der familienpolitischen Leistungen.
Wenig Kinder trotz hoher Ausgaben
Es laufe „etwas schief“, betont Gruß und bezieht sich damit auf die hohen Ausgaben und doch zu wenige Kinder in Deutschland. Entlastende Systeme wie in Frankreich und anderen Ländern sollten für Deutschland ein Vorbild sein. Das neue Unterhaltsrecht tut sein Übriges, dass werdende Mütter daran zweifeln, ob sie sich ein Kind überhaupt noch leisten können. Eine Frage, die bei einem wirklich kinderfreundlichen System gar nicht aufkommen würde, so Gruß.
Mehr Sensibilität für Familien
Auch die CDU-Abgeordneten und Anwältin für Familienrecht Ute Granold sieht den Grund für die niedrige Kinderzahl in mangelnden Betreuungsmöglichkeiten und zu wenig flexiblen Arbeitszeitmodellen. Der Wiedereinstieg in den Beruf sei für Mütter nach wie vor problematisch. Granold wünscht sich hier mehr Sensibilität, wie sie in Frankreich und Skandinavien schon längst vorhanden sei.