Den Benzinkonzernen drohen hohe Strafen, weil sie die Vorgaben der Bundesregierung im Hinblick auf die Biosprit-Quote nicht erfüllen konnten. Wie Uwe Franke, Europa-Chef des britischen Mineralölkonzerns BP, gegenüber der WAZ-Gruppe in Essen verlautbarte, werde die Nichterfüllung der Quote Strafgelder in Höhe von 300 bis 400 Millionen € nach sich ziehen. Zu BP gehört der deutsche Marktführer Aral mit ca. 2.500 Stationen.
Die Kosten werden letztendlich an die Autofahrer weitergegeben
Die gesamte Branche ist betroffen und damit schlussendlich die Autofahrer. Schließlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt; Preise entstehen durch Wettbewerb. Bereits jetzt darf man getrost davon ausgehen, dass die Kosten weitergegeben werden.
Anhaltend hohes Preisniveau trotz Wende im Ölförderland Libyen
So geht Franke von anhaltend hohen Benzinpreisen aus, auch wenn in Libyen eine Wende eingetreten ist. Bis die dortige Produktion das Niveau vor Zeiten der Krise erreicht haben wird, werden voraussichtlich mehrere Jahre vergehen.
Fortdauernde Unruhen im Nahen Osten die sorgen zudem für steigende Nachfrage nach Öl in China, Indien und Brasilien. Der Preis für Superbenzin bei Aral beträgt im Schnitt 1,53 €. Nach Einschätzung des Europa-Chefs wird sich der Rohölpreis um die 100-Dollar-Marke herum einpendeln und diese auch ab und an überschreiten.
Hohe Preise in der Kritik des Bundeskartellamtes
Gerade kürzlich hatte das Bundeskartellamt im Ergebnis einer Untersuchung die 5 Branchenriesen kritisiert. Sie nutzen ihre Marktführerschaft aus, um hohe Preise zu erzielen. Gegen den Vorwurf der Abzocke verwehrte sich Franke. Es liege an den Steuern, dass die Benzinpreise so hoch seien. Exklusive Steuern hätte Deutschland die niedrigsten Benzinpreise ganz Europas. Er gab an, dem Unternehmen würden nur 0,5 bis 1,5 Cent pro Liter Benzin oder Diesel bleiben.