Wohn-Riester: Wohneigentum mit Riester-Förderung für Familien besonders günstig

  1. 30.08.2011 08:21
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40 % mehr Wohn-Riester-Verträge binnen Jahresfrist bei der LBS

Verglichen mit den Vertragsabschlüssen im Jahre 2009, beobachteten die Landesbausparkassen (LBS) 2010 eine 40 %-ige Steigerung. Damit scheint das Modell nach drei Jahren etabliert und weiter im Trend. Während Hartwig Hamm, Verbandsdirektor der LBS, 15 % des Neugeschäftes im "Wohn-Riestern" zählt, sind es bei der Allianz laut Pressesprecherin Martina Kieß immerhin 11 % gegenüber noch 5 % im Jahr 2009.

"Wohn-Riestern" für Familien der günstigste Weg ins Eigenheim

Grundvoraussetzung ist zunächst die Eigennutzung der Immobilie. Alsdann kann es eine Wohn-Riester-Förderung sowohl für den korrespondierenden Bausparvertrag, als auch für die Kredittilgung geben. Außerdem kann man angespartes Guthaben aus Riester-Renten-Verträgen in den Eigenheimkauf umleiten.

Pro Vertrag fördert der Staat in Form einer Grundzulage von 154 €. Pro kindergeldberechtigtem Kind gibt es - abhängig vom Geburtsjahr - zusätzlich 185 € oder 300 €. Das Geld wird auf einem sogenannten Wohnförderkonto angelegt und pro Jahr mit 2 % verzinst. Für Familien gibt es keinen günstigeren Weg ins Eigenheim, so Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung der LBS Bayern.

Im Gegensatz dazu kommen Alleinstehende lediglich in den Genuss der Grundförderung und zahlen bei Renteneintritt einen hohen Steuersatz - deutliche Nachteile. Wie Experten von Steuerrat24 kalkulierten, sind für Singles ungeförderte Baufinanzierungen lukrativer.

Steuerliche Besonderheiten

Bis zu einer Summe von 2.100 € kann der Eigenbeitrag plus Zulagen als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Der Fiskus wägt den Steuervorteils gegen die gewährten Fördermittel ab. Wer 4 % seiner rentenpflichtigen Vorjahreseinkünfte "riestert", kommt in den Genuss der vollen Förderung.

Arno Gottschalk, Verbraucherzentrale Bremen, weist darauf hin, dass die Fördermittel bei Renteneintritt besteuert werden. Entweder man zahlt dann jährlich oder einmalig eine Summe unter Abzug eines Rabatts in Höhe von 30 %. Bei der erstgenannten Variante werden die Steuern bis zum 85. Lebensjahr wie folgt berechnet: Kontostand dividiert durch die Anzahl offener Steuerjahre plus Jahreseinkünfte.

Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfehlen exakte Kalkulation

Gottschalk rät zur exakten Kalkulation. Wegen der Förderung können Riester-Kredite schneller getilgt werden als Kredite ohne Förderung. Gleichzeitig empfehle es sich, die eingesparten Raten auf einem Sparkonto anzulegen. Anhand eines beispielhaften Annuitätendarlehens über 150.000 € könne eine Familie mit 2 Kindern bei sofortiger Steuerzahlung knapp 14.000 € sparen - und das trotz einer Steuerlast von 31.000 € bei Renteneintritt.

Vergleichbare Ergebnisse errechneten Experten der Stiftung Warentest. In deren Modellrechnung erzielt ein Ehepaar mit einem Kind und einem Jahreseinkommen von 70.000 € bei einem Darlehen über 200.000 € ein Plus von fast 50.000 € - trotz anfallender Steuern.

Strafsteuer und Steuerforderungen für Erben

Im Zentrum der Kritik des Deutsche Mieterbunds steht die vorgeschriebene Verwendung der Immobilie. Hinzu kommt, dass bei Verkauf, Vermietung oder Schenkung eine Strafsteuer anfalle, sofern kein neues Objekt respektive einen neuen Riester-Vertrag abgeschlossen wird. Für Erben kann es richtig teuer werden: Der Fiskus kann unverzüglich den Ausgleich der offenen Steuerschulden fordern, sofern der verstorbene Riester-Sparer noch nicht 85 Jahre alt war.




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