Preissteigerungen bei Energiesparlampen um bis zu 25 %
Kaum dürfen keine herkömmlichen Glühbirnen mit mehr als 40 Watt in den Handel kommen und keine 60-Watt-Glühbirnen mehr hergestellt werden, schon kündigen die Leuchtmittel-Hersteller satte Preiserhöhungen an.
Während Befürworter auf die Effizienz und die Kosteneinsparung aufgrund der langen Lebensdauer abstellen, meinen Kritiker, dass dies für viele Haushalte nicht zutrifft. Außerdem wird die Umweltfreundlichkeit der Energiesparlampen ob ihres Quecksilber-Gehalt immer wieder diskutiert.
Rohstoffpreiserhöhungen würden durch den Handel weitergegeben
Stefan Schmidt, Sprecher des Herstellers Osram, spricht von einer voraussichtlichen Verteuerung der Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren um bis zu 25 %. Die Preisanhebung vom Frühjahr sei hier bereits eingerechnet. Die genauen Preise bestimme letztlich jedoch der Handel. Als Grund für diese spürbare Preiserhöhung gibt er einen sprunghaften Anstieg der Rohstoffpreise an.
Gegenüber „dpa“ erklärte Schmidt kürzlich, dass sogenannte seltene Erden, Metall-Rohstoffe mit außergewöhnlichen Eigenschaften wie beispielsweise Lanthan, Europium, Terbium und Yttrium, für die Produktion der Leuchtmittel benötigt würden. Deren Preise seien im Zeitraum des letzten Jahres um 700 % gestiegen.
Die Eigenschaften der seltenen Erden seien der Grund für ihren vielfältigen Einsatz. Dazu gehören auch Hightech-Produkte wie Computer-Chips, Mobiltelefone, Flachbildschirme oder Touchscreens bei Navigationsgeräten, weiterhin Glasfaserkabel, Katalysatoren, Batterien, Magnete und nicht zuletzt Energiesparlampen.
Engpässe in Förderung und Angebot seltener Erden
Ungefähr 160.000 Tonnen dieser wertvollen Metall-Rohstoffe wurden zuletzt weltweit gefördert. Während Europa nur über unbedeutende Vorkommen verfügt, bedient China bis zu 97 % des Weltmarktes. Sehr zum Ärger der Welthandelsorganisation drosselt China zusätzlich den Export künstlich. Engpässe sind daher bereits jetzt zu erwarten, zumal die Technologie samt ihrer Entwicklungen und Innovationen die Nachfrage stetig steigen lassen wird.
Auch Weltmarktführer Phillips will Preise anheben
Martin Goetzeler, Vorstand von Osram, hatte gegenüber „Financial Times Deutschland“ angegeben, dass die Osram-Kunden bereits vor Wochen über die anstehenden Preiserhöhungen informiert worden seien. Auch der niederländische Weltmarktführer Philips soll zum 1. Oktober seine Preise anheben, auch wenn er auf eine Anfrage der „dpa“ dazu bisher nicht Stellung nahm.