Einige aktuell in den Medien genannte Zahlen zu den physikalischen Stromflüssen aus dem Ausland in den ersten sechs Monaten 2011 müssen nach unten korrigiert werden, da sie technisch nicht korrekt übertragen wurden. Die absoluten Zahlen der in den Medien bezeichneten Stromimporte und Stromexporte sind korrekt, während die Prozentzahlen nicht stimmen.
Stromflüsse aus Tschechien
In mehreren Presseberichten war von einer Steigerung der physikalischen Stromflüsse aus Tschechien um 673 Prozent im ersten Halbjahr 2011 die Rede. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Es floss nur 15,7 Prozent mehr Strom aus Tschechien nach Deutschland.
Insgesamt strömt sehr viel Elektrizität durch Deutschland als Transitmengen und Ringflüsse, die hier nicht als vertraglich vereinbarte Lieferungen ankommen. Die zentrale Lage Deutschlands in Europa bedingt diesen Status als Transitland. Neun benachbarte Staaten schicken ihren Strom durch Deutschland.
Weniger Strom ins Ausland
In den ersten sechs Monaten 2011 exportierte Deutschland geringere Strommengen ins Ausland (29 Mrd. kWh) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (31 Mrd. kWh). Allerdings stiegen die Stromimporte aus dem Ausland um 5 Mrd. kWh auf 25 Mrd. kWh (1. Halbjahr 2011: 20 Mrd. kWh). Damit liegt das Austauschsaldo aktuell bei 4 Mrd. kWh.
Frankreich ist im 1. Halbjahr 2011 mit 42 Prozent der größte Stromlieferant nach Deutschland. Danach folgt Tschechien mit 22 Prozent. Österreich (27 Prozent) und die Schweiz (25 Prozent) sind die größten Stromabnehmer von Deutschland.