Altersvorsorge: Jeder Fünfte hat Angst vor Altersarmut

  1. 25.10.2011 08:47
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Dr. Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank, stellte die Ergebnisse der diesjährigen Postbank-Studie "Altersvorsorge in Deutschland" auf einer Pressekonferenz vor. Besonders auffällig die vielen negativen Rekordwerte - aktuellen günstigen Wirtschaftszahlen zum Trotz.

Etwa 20 % der Berufstätigen ab 50 Jahre gehen davon aus, ihren Lebensunterhalt im Alter nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten zu können - der höchste in der jährlichen Postbank-Studie seit 2006 jemals ermittelte Wert.

Negativrekorde in Sachen Altersvorsorge
Lediglich 50 % der Erwerbstätigen in der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren beabsichtigen einen Ausbau der privaten Altersvorsorge. 40 % aller Berufstätigen bauen ihre Vorsorge nicht aus. Wer Vorsorge betreibt, hat die Höhe der Monatsbeiträge auf 188 € gesenkt, im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 6 %.

Ein absoluter Negativrekord in den Messungen der Postbank-Studien seit 2003, wenn man bedenkt, dass es vor dem bisherigen Höhepunkt der Finanzkrise noch 65 % waren. Gar nicht weiter vorsorgen zu wollen, geben sogar 25 % der jungen Berufstätigen an. Ebenfalls ein Rekordwert und eine 50 %-ige Steigerung des Vorjahreswertes.

Angst vor Inflation lähmt Vorsorgeaktivitäten
Die größte Sorge jedes dritten Bundesbürgers, so das Ergebnis der Studie, ist eine Entwertung der Ersparnisse infolge Inflation. 30 % befürchten, dass die Rentenkasse geschmälert wird, weil Deutschlands Geld an andere Länder zahlt. Während jeder Dritte die Sicherheit der privaten Altersvorsorge in Frage stellt, stellen sogar 43 % aller Berufstätigen den grundsätzlichen Sinn privater Anlageformen in Frage.

Betriebliche Altersvorsorge als zusätzliche Säule
Als zusätzliche Säule der Vorsorge wurde von insgesamt 48 % die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als "ideale Form der Alterssicherung" angegeben. Im Vergleich zum Vorjahr wollen denn auch jetzt 50 % mehr in diese Anlageform investieren.

Fazit für die Postbank
Für das Vorstandsmitglied der Postbank ein Grund, diese drei Bereiche intensiver in den Vordergrund zu stellen. So will er beispielsweise durch das Vorziehen staatlicher Förderung in Form einer "Sofort-Prämie" besonders berufstätige Frauen mit niedrigeren Einkommen zum Riester sparen zu motivieren.

Im Hinblick auf die betrieblichen Altersvorsorge überdenkt er eine Ausweitung sowohl der Beratung als auch der Angebotspalette, um unterschiedliche Einkommens- und Familiensituationen individueller berücksichtigen zu können.

Schließlich plädiert Meyer für die Vereinfachung des Wohn-Riesters, um "hier deutlich höhere Nutzungszahlen bewirken" zu können.




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