Rohstoffmarkt: Trotz Krisengipfel vielversprechender Wochenauftakt
Der EU-Krisengipfel hat den Rohstoffmarkt nicht negativ beeinflusst. Im Gegenteil, sowohl im Hinblick auf Gold als auch in Bezug auf Öl zogen die Notierungen an. Aufgrund der hohen Erwartungshaltung der Finanzmärkte ist für die weiteren Kursverläufe jetzt von Bedeutung, dass keine weitere Staatspleite droht.
Droht nach Griechenland auch Spanien und Italien der Bankrott?
Zwar bemühte sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Beschwichtigung, jedoch ist angesichts der zweiten Finanzspritze für Griechenland klar: Lange wird das nicht mehr gut gehen. Sicher, kurzfristig mögen weitere 8 Milliarden € Unterstützung bieten, dennoch scheint Griechenland pleite - es fehlt nur noch an der offiziellen Verlautbarung. Wie geht es nun mit Spanien und Italien weiter? Das übrige Europa wird diese Länder nicht auch noch retten können.
Gute Argumente für das Investitionsgut Gold
Vor diesen wirtschaftlichen Hintergründen scheint der Wunsch nach Investitionen in Gold nachvollziehbar - vorzugsweise in physischer Form. Insbesondere an den Terminmärkten wird eine nächste Welle der Nachfrage für den Fall erwartet, dass den Märkten eine Liquiditätskrise im Ausmaße der Lehman-Pleite droht.
Zum Wochenauftakt waren steigende Notierungen zu beobachten. Bis zum Nachmittag des ersten Wochentages verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 24,00 auf 1.660,10 Dollar pro Feinunze. Mit einer Anzahl von 126.978 Kontrakten zeigt sich ist bei Gold nach wie vor eine optimistische Markterwartung der Großspekulanten, die in Fachkreisen als Netto-Long-Position bezeichnet wird.
Konjunkturdaten der größten Ölverbraucher treiben Ölpreis in die Höhe
Noch am Vormittag lagen die veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Europa unter den Erwartungen. Bis ca. 15.00 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,65 auf 88,05 Dollar, sein Pendant auf Brent zog hingegen um 1,16 auf 110,72 Dollar an. Die positiven Wirtschaftsdaten der größten Ölverbraucher Asiens, China und Japan, sorgten also bereits am Nachmittag für steigende Notierungen. Die Hoffnung auf Bewältigung der europäischen Schuldenkrise tat ihr übriges.