Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Deutschen Postbank AG, bringt es auf den Punkt: "Die Nachfrage nach Gold nimmt zu." Er führt dies zum einen darauf zurück, dass Zinsprodukte aufgrund der Inflation aktuell nur mäßige Renditen bescheren, zum anderen bestehe infolge der Schuldenkrise ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Anleger investierten folglich verstärkt in sogenannte Realwerte wie Gold oder Immobilien.
Was den Preis anbetrifft, so geht man bei der Postbank für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten von einem konstanten Niveau von 1.700 US-Dollar aus. Auf das Jahr gesehen hält man einen weiteren Anstieg auf 1.800 US-Dollar sogar für wahrscheinlich.
Gold ist Wertaufbewahrungsmittel, Basis für Schmuck oder Industrierohstoff
Schmuckhersteller haben den größten Bedarf an dem Edelmetall, mit fallender Tendenz. Während sich der Anteil der Goldnachfrage für die Schmuckherstellung 2001 noch auf 80 % belief, sank es bis 2010 auf 50 %.
In der industriellen Verarbeitung ist Gold ein Rohstoff, z. B. für die Elektroindustrie bei der Herstellung von Computerchips. Der Anteil der Industrienachfrage blieb in den vergangenen Jahren konstant.
Daneben gilt Gold als sogenanntes Wertaufbewahrungsmittel und liegt in Münzform oder als Barren vor. Die Nachfrage in diesem Bereich ist merklich angestiegen und lag 2010 bei fast 30 %. Hinzu kommt eine neue Anlageform: gedeckte Goldfonds (ETFs).
Diese Fonds besitzen einen physischen Goldbestand, so dass Anlegern in Gold investieren können, ohne es selbst kaufen zu müssen. Allerdings gilt es für Anleger zu bedenken, dass die hohe Schwankungsanfälligkeit des Goldpreises enorme Risiken birgt. So sank just im September der Goldpreis und erfuhr eine Wertminderung um 14 % binnen weniger Tage.
Notenbanken haben seit 20 Jahren erstmalig mehr Gold ge- als verkauft
Es ist 20 Jahre her, dass bei den Notenbanken weltweit mehr Gold ge- als verkauft wurde. Käufer waren insbesondere die Notenbanken asiatischer Schwellenländer, die eine Unabhängigkeit von der Entwicklung des US-Dollars anstreben.
Aufgrund der Langfristigkeit dieses Prozesses ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren voranschreiben wird und sich die Nachfrage sogar erhöhen wird. Die Notenbanken in den Industrienationen hingegen haben kaum verkauf. Sie halten sehr hohe Goldreserven vor.