Weniger Nebenkosten 2011 durch die warmen Temperaturen am Jahresende

  1. 09.11.2011 12:15
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Nach Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ausgehend von den Verbrauchszahlen bis Ende September 2011 wird in Deutschland dieses Jahr insgesamt 4 Prozent weniger Energie verbraucht als 2010. Zu einer Verschiebung könnte es nur noch durch einen besonders kalten Wintereinbruch kommen.

Heizenergien im Minus

Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten diesen Jahres in Deutschland 9.808 Petajoule (PJ) oder 334,6 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t. SKE) an Energie verbraucht. Der Rückgang von 4,2 Prozent ist vor allem darauf zurückzuführen, dass durch das warme Wetter weniger geheizt wurde. Ohne diesen Temperatureffekt würden die Zahlen in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen.

Heizölbestände noch nicht aufgefüllt

Hohe Preise und warme Temperaturen halten viele Verbraucher noch davon ab, ihre Heizöltanks zu füllen. Deshalb liegt der Mineralölverbrauch bisher um 3,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz von leichtem Heizöl sank sogar um rund 18 Prozent. Der Verbrauch an Diesel stieg um fast 2 Prozent, wogegen der Absatz von Otto- und Flugkraftstoffe leicht zurückging.

Erdgas im Minus, Steinkohle im Plus

Besonders deutlich werden die warmen Temperaturen beim Erdgasverbrauch (minus 9 Prozent). Auch in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung wurde weniger Erdgas eingesetzt. Dagegen legt der Steinkohleverbrauch etwas zu. Grund ist ein erhöhter Bedarf an Steinkohle in den Kraftwerken um knapp 2 Prozent und an Braunkohle um 2,7 Prozent. Insgesamt wurde mehr Kohle gefördert, und auch Veredelungsprodukte konnten zulegen.

Kernenergie im Rückwärtstrend

Durch den Ausstiegsbeschluss leistete Kernenergie bis September 2011 einen um knapp 21 Prozent geringeren Beitrag zur Energiebilanz und ist mit einem 9 prozentigen Anteil am Primärenergieverbrauch weiter im Rückwärtstrend.

Erneuerbare Energien legen zu

Insgesamt wurden 3,3, Prozent mehr erneuerbare Energien verbraucht, und ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch stieg auf 10,5 Prozent. Besonders deutliche Steigerungen konnte die Windkraft verzeichnen mit 16,5 Prozent und die Fotovoltaik mit 58 Prozent. Wasserkraft hatte einen um knapp 9 Prozent geringeren Beitrag (ohne Pumpspeicher).

Dadurch dass deutlich mehr Strom importiert und weniger Strom exportiert wurde, ging der Stromaustauschsaldo spürbar zurück. Bis Ende September erreichte er 5 Petajoule oder 0,2 Mio. t. SKE.




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