Die DAK registrierte im vorigen Jahr mehr als 230.000 Fälle von Mittelohrentzündung vor allem bei Kindern bis zum 16. Lebensjahr. Insgesamt musste jedes dritte Kind zwischen zwei und fünf Jahren wegen Mittelohrentzündung behandelt werden.
Erkältung wandert ins Ohr
Nach einer Erkältung oder Grippe zieht es die Entzündung oft weiter ins Ohr. Meist ist eine Mittelohrentzündung mit erheblichen Schmerzen verbunden, aber ohne weitere Komplikationen. Bei Kindern haben die Bakterien oder Viren zwischen Rachen und Mittelohr noch einen sehr kurzen Weg, wodurch sie besonders gefährdet sind.
Das Ohr schmerzt innen und außen, und der Bereich hinter der Ohrmuschel schwillt an. Rote, warme Ohren, Fieber und Erbrechen sind deutlichen Anzeigen für eine Mittelohrentzündung. Das Kind hat keinen Appetit, klagt auch über Kopf- oder Bauschmerzen. Das Mittelohr schwillt an und schmerzt wegen einem Sekretstau und mangelnder Belüftung, und der kleine Patient kann wegen dem sogenannten Paukenerguss nicht mehr richtig hören.
Heilt der Paukenerguss nicht zusammen mit der Entzündung von allein ab, muss der Arzt gegebenenfalls einen kleinen Schnitt im Trommelfell anbringen und ein Röhrchen einsetzen, damit die Flüssigkeit abfließt oder abgesaugt werden kann. Manchmal kommt es auch zu einem Riss im Trommelfell durch den hohen Druck, und die Flüssigkeit kann entweichen. Der Riss wächst von selbst wieder zu.
Flüssigkeit und Zwiebelsäckchen schaffen Abhilfe
Bevor der Arzt aufgesucht werden kann, sollte viel getrunken werden. Fiebersenkende Mittel oder Wadenwickel helfen in den ersten Stunden. Zwiebelsäckchen auf die Ohren oder Rotlicht lindern die Schmerzen. Antibiotika wird der Arzt nur in komplizierten Fällen mit anhaltendem Fieber, Erbrechen oder Krampfanfällen verschreiben. Voraussetzung ist eine bakterielle Entzündung. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht.
Wichtig ist, bei Kleinkindern möglichst von vornherein Erkältungen zu verhindern, um Mittelohrentzündungen vorzubeugen.