Laut Bericht der BILD-Zeitung wird von der schwarz-gelben Koalition die Abschaffung der derzeitigen Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal erwogen. Im Gegenzug dafür soll eine Praxisgebühr für jeden Arztbesuch von bis zu 5 Euro erhoben werden. Entsprechende Beratungen will Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ab Frühjahr 2012 anschieben.
Zu viele Arztbesuche
Bei immer noch durchschnittlich 18 Arztbesuchen der Deutschen pro Jahr konnten die bisherigen Gebühren die Praxenbesuche nicht reduzieren. Die steuernde Funktion der derzeitigen Gebühren wurde laut FDP-Gesundheitsexperten Lars Lindemann verfehlt. Die Notwendigkeit der Eindämmung der Gesundheitskosten bleibt jedoch bestehen. Deshalb will auch Johannes Singhammer von der CDU eine unbürokratische, bessere Lösung finden.
Experten und Kassen stimmen zu
Sowohl Prof. Jürgen Wasem als auch der Kieler Gesundheitsökonom Thomas Drabinski äußern sich gegenüber BILD positiv zu den Regierungsplänen. Es wäre durchaus sinnvoll, äußert Drabinski, dass die Behandlungskosten zu zehn Prozent von den Patienten getragen werden (bis zu 10 Euro). Rund 2,8 Milliarden Euro kommen durch die Praxisgebühren jährlich in die Gesundheitskassen. Eine Praxisgebühr-Reform sieht auch Norbert Klusen, Chef der Techniker Krankenkasse, als dringend notwendig an.