Trotz 15 Millionen Riester-Verträgen in den zehn Jahren seit der Einführung haben die Deutschen insgesamt wenig Kenntnisse und ein geringes Vertrauen in die Riester-Rente. Aus einer bundesweiten Analyse der Postbank geht hervor, dass fast die Hälfte aller Berufstätigen (46 Prozent) "gar nicht" oder "nur ungefähr" weiß, wie die Riester-Vorsorge funktioniert. Die andere Hälfte (54 Prozent) hat "ziemlich genaue" Vorstellungen, "was damit gemeint ist".
Die "ideale Form der Altersvorsorge" sehen nur 27 Prozent der Deutschen in einem Riester-Vertrag. Mehr Vertrauen haben die Menschen in private Rentenversicherungen (39 Prozent) und Rentenzahlungen aus einer Lebensversicherung (29 Prozent).
Riester-Rente: Männer haben mehr Vertrauen
Nur 22 Prozent der berufstätigen Frauen haben einen Riester-Vertrag, im Gegensatz zu 26 Prozent der berufstätigen Männer. Wegen ihrer höheren Lebenserwartung müssten Frauen eigentlich eine höhere Prämie zahlen. Dies ist gesetzlich zu Gunsten der Frauen geregelt. Sie zahlen bei Riester-Verträgen die gleichen Tarife wie die Männer. Dennoch sind Frauen weniger an einer Riester-Vorsorge interessiert.
Riester-Rente wird 2012 geändert
Die gesetzliche Mindestverzinsung sinkt für alle Verträge ab 2012 von derzeit 2,25 Prozent auf dann 1,75 Prozent. Das bedeutet bei langen Laufzeiten ein Minus von mehreren hundert Euro Rente für Verträge ab 2012. Das Mindestalter für den Beginn von Renten- oder Kapitalauszahlungen steigt von 60 auf 62 Lebensjahre, ebenfalls gültig für Verträge ab 2012.
Die volle staatliche Sparzulage von bis zu 154 Euro jährlich gibt es bei Verträgen ab 2012 nur noch, wenn der Riester-Sparer einen Mindest-Eigenbeitrag von 60 Euro pro Jahr einbringt.