Tests von Räucherlachs, die von der
NDR-Sendung "Markt" in Supermärkten durchgeführt wurden, haben eine gefährliche Keimbelastung des Fisches ergeben. Dabei wurden jeweils der billigste Räucherlachs von Aldi, Lidl, Penny, Rewe und Sky sowie drei Wildlachs-Sorten in „Premium-Qualität“ von Sky, Lidl und Penny überprüft. NDR berichtete über die Ergebnisse.
Sensorische Prüfung mangelhaft
Die Sachverständigen vom KIN Lebensmittelinstitut Neumünster (Schleswig-Holstein) haben schon bei der sensorischen Prüfung der Proben teilweise einen unangenehmen Geruch, tranigen Geschmack und unappetitliche, rötliche Blutgerinnsel im Lachsfleisch festgestellt. Selbst die Premium-Lachs-Stücke waren "viel zu salzig", "zu stark geräuchert" und mit einem "bitteren Nachgeschmack".
Eine Million Keime pro Gramm gelten nach dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie als unbedenklich. Bei sieben von acht der getesteten Lachs-Proben wurde ein deutlich höherer Wert festgestellt, bis hin zum 300-Fachen bei einer Probe. Das kann unter Umständen zu einer Lebensmittelvergiftung mit Erbrechen und Übelkeit führen, warnen Mediziner.
Verbrauchsdatum und Fangmethoden beachten
Hohe Keimbelastungen bei Räucherlachs sind keine Seltenheit und kamen auch in den vergangenen Jahren immer wieder vor. Laut Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen sollte der Räucherlachs schon einige Tage vor Ablauf des Verbrauchsdatums verbraucht werden. Schon beim Kauf ist es wichtig, die Finger von Angeboten mit Verfärbungen oder roten Punkten zu lassen. Diese stammen von einer unregelmäßigen Räucherung oder Blutresten im Fleisch.
Bei Herkunft und Fangart auf der Verpackungsrückseite sind Fische "aus Aquakultur", die Turbofutter bekommen, weit fetthaltiger aber mit weniger guten Omega-3-Säuren als die wild aufgewachsenen Artgenossen. "Wildlachs" kommt größtenteils aus dem Pazifik und wird mit großen Fisch-Trawlern und Netzen gefangen. Besonders hochwertig und damit auch meist über sechs Euro pro Hundert Gramm ist Wildlachs, der als "mit der Angel" gefangen gekennzeichnet ist, eine Delikatesse, die in Discountern und Supermärkten eher selten angeboten wird.