Ab dem zweiten Quartal 2012 wollen alle Krankenkassen keine Zusatzbeiträge mehr erheben. Dadurch ergibt sich laut Bundesversicherungsamt für 2012 eine starke Konkurrenzsituation zwischen den Krankenkassen basierend auf ihren Zusatzleistungen wie etwa die Naturheilkunde. Der Wettbewerb wird entsprechend zunehmen.
Neue und mehr Gesundheitsleistungen sollen vor allem bei gut situierten Kassen Mitglieder anlocken. Durch hohe Rücklagen könnte das Angebot nicht notwendiger Leistungen verbessert und Mitglieder gewonnen werden, so der Präsident der Aufsichtsbehörde, Maximilian Gaßner, am Dienstag gegenüber der Zeitung „Welt“.
Das signifikante Unterscheidungsmerkmal der Kassen wird durch die Aufhebung des Zusatzbeitrages praktisch verwischt. Dadurch werden die Versicherten sich bei einem Kassenwechsel an einem „Potpourri an Zusatzleistungen“ orientieren, so der BVA-Präsident. Der Wettbewerb mit Leistungen wächst stark an. Die Versorgung bei Krankheit durch die Kasse sei dabei nicht mehr so relevant. Die Techniker Krankenkasse plane ab 2012 z.B. die Finanzierung von homöopathischen Leistungen. Voraussetzung sei ein entsprechendes Rezept vom Arzt.
Kaum mehr und sogar weniger Wettbewerb befürchten dagegen Wirtschaftsexperten. Sie fordern von der Politik Kürzungen der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfond.