Gesetzliche Krankenkassen wollen Beitragsausfälle vom Staat

  1. 10.02.2012 12:13
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Die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung bringt einige Schattenseiten mit sich. Denn nicht jeder, der zum Beitritt in eine Krankenversicherung gedrängt wird, hat auch das Geld dafür. Private Krankenversicherer haben so hohe Beitragsausfälle zu beklagen, dass schon bald ein sogenannter Nichtzahlertarif eingeführt werden soll, der nur die notwendigste Versorgung umfasst. Ähnlich läuft es bei den gesetzlichen Kassen ab, wer hier nicht zahlt, hat nur noch Anspruch auf die Versorgung in Notfällen und bei Schmerzzuständen sowie in der Schwangerschaft.

Versicherungspflicht lässt Kündigung nicht zu
Seit die Versicherungspflicht eingeführt wurde, dürfen Krankenversicherungen säumige Kunden nicht einfach vor die Tür setzen. Es muss zumindest eine Notfallversorgung gewährleistet sein, auch wenn die Beiträge nicht gezahlt werden. Die Beitragsausfälle in den gesetzlichen Kassen werden zum Ende des Jahres 2011 mit 1,2 Milliarden angegeben.

Staat soll helfen
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern jetzt staatliche Hilfe, um das Finanzloch zu stopfen. Schließlich könnten die Beitragrückstände nicht auf dem Rücken der übrigen Mitglieder ausgetragen werden. In anderen Bereichen wie zum Beispiel bei ausstehenden Mietzahlungen gäbe es ja auch staatliche Hilfe in Form von Wohngeld für die Betroffenen. Ein Sprecher der DAK machte auf das Inkassorisiko aufmerksam, das durch die Versicherungspflicht entstünde.

Kassen müssen konsequenter vorgehen
Die Politik zieht sich den Schuh der Alleinschuld jedoch nicht an. Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker bei der SPD, wirft den Kassen vor, nicht konsequent genug gegen Nichtzahler vorzugehen. Aus Angst, die Versicherten zu verlieren oder weil das Management nicht darauf ausgerichtet ist, würden die Kassen viel zu wenig Vollstreckungsverfahren einleiten und Pfändungen durchführen, obwohl diese in vielen Fällen erfolgversprechend seien. Wie die "Welt" berichtete, bestehen häufig Ratenzahlungsvereinbarungen zu rückständigen Beiträgen, bei gleichzeitig voller Leistung durch die Kassen. Viele Kassen warten sogar mit der Anmahnung ausstehender Beiträge bis vor dem Ende der Verjährungsfrist.



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