DAK präsentiert Ergebnisse ihres Gesundheitsreports 2012
Im Schnitt ist heute jeder Arbeitnehmer 2 Tage pro Jahr länger krank als noch im Jahr 2006. Diesen höchsten Krankenstand seit insgesamt 15 Jahren hat die Auswertung von Patientendaten von 2,4 Millionen Krankschreibungen von DAK-Versicherten ergeben.
Prof. Dr. Herbert Rebscher, Gesundheitsexperte der DAK, erläuterte im Rahmen einer Pressekonferenz den sogenannten Gesundheitsreport 2012 der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK.
Fehlte 2010 ein sozialversicherungspflichtiger Angestellter krankheitsbedingt im Jahresdurchschnitt 12,5 Tage (3,4 %), waren es im letzten Jahr bereits 13,2 Tage. Damit stieg der Krankenstand auf 3,6 % und damit einen Höchstwert seit 15 Jahren.
Bestimmte Berufsgruppe auffallend häufig krank
Auffallend häufig krank gemeldet waren insbesondere 3 Berufsgruppen: Erwerbstätige aus der öffentlichen Verwaltung (4,2 %), Arbeitnehmer aus dem Gesundheitswesen (Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, etc.) (4,1 %) sowie Beschäftigte aus dem Bereich Verkehr, Lagerungen und Kurierdienste (4 %).
Arbeitnehmer im Bereich Medien, Kultur und Bildung hingegen waren diejenigen, die am seltensten krank waren (2,7 %). Ebenfalls unter dem Durchschnitt: Angestellte in Versicherungs- und Finanzbranchen (3,0 %), Beschäftigte im Bereich Rechtsberatung (3,1 %) sowie Händler (3,4 %).
Muskel-Skelett-Erkrankungen machen die Menschen am häufigsten krank
In Bezug auf die Summe aller Krankentage entfielen 21,3 % auf Ursachen wie Rückenschmerzen und Muskel-Skelett-Erkrankungen. 16,1 % waren die Folge von Atemwegerkrankungen wie Grippe, Schnupfen oder Husten. 13,9 % wurden durch Unfälle verursacht und 13,4 % waren auf psychische Erkrankungen, unter anderem Depressionen und Burn Out zurückzuführen. Im einstelligen Prozentbereich mit 6 % lagen Erkrankungen im Bereich des Verdauungssystems (Bauchschmerzen, Magen-Darm-Grippe, etc.).
Erste Auswirkungen des demografischen Wandels
Den gestiegenen Krankenstand führen Experten nicht zuletzt auf den demografischen Wandel zurück. Die Menschen werden im Schnitt 10 Jahre älter und arbeiten entsprechend länger, da sie medizinisch ausgezeichnet versorgt sind. Erst kürzlich hatte die Bundesagentur für Arbeit eine Verdreifachung des Anteil der 60 bis 65-Jährigen gemessen an allen Erwerbstätigen bekannt gegeben.
Rebscher fasst zusammen, dass ältere Menschen zwar seltener krank werden als jüngere, ihre Erkrankungen aber im Verhältnis länger andauern. Der demografische Wandel habe gerade erst begonnen, so dass die Menschen künftig einerseits älter werden als heute, andererseits auch länger arbeiten, bis sie in Rente gehen. Folglich könne man von einer sukzessiven Zunahme der Fehltage ausgehen. Steigende Krankenstände infolge Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden oder Rückenschmerzen seien wahrscheinlich.