Fondsgebundene Rentenversicherung: Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen

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Gut informiert sollte jeder sein, der in eine fondsgebundene Rentenversicherung investieren will. Gute Renditenbringer sind solche Anlagen nur, wenn sich die Kosten der Versicherung in Grenzen halten.
Insgesamt 54 Tarife von 22 Versicherten wurden getestet. Dabei bekamen nur zwei das Qualitätsurteil gut. Alle anderen Versicherungen verlangen zu hohe Kosten, so dass weniger Geld in die Fonds fließt.

Gute Fondsgebundene Rentenversicherung direkt ansprechen



Nur bestimmte Angebote der Interrisk und der Hannoverschen Leben sind empfehlenswert. Interessierte Kunden sollten die beiden Versicherungen jedoch direkt auf die Angebote ansprechen – telefonisch, online oder postalisch bei der Hannoverschen. Der besonders günstige Tarif bei der Interrisk heißt SFRV, kann aber nur im persönlichen Telefonat erfragt werden. Kunden sollten diesen nicht mit dem teureren AFRV-Tarif (Testurteil: ausreichend) verwechseln, der im Internet oder über Vermittler angeboten wird. Insgesamt treiben Versicherungsmakler die Kosten durch ihr Beratungshonorar unnötig in die Höhe.

Gute Chancen auf lange Sicht

Die Grundidee der fondsgebundenen Rentenversicherungen liegt in größeren Renditen als Altersvorsorge. Diese Fondssparpläne im Versicherungsmantel können auf lange Sicht gutes Geld bringen. Kunden, die mit ihren Finanzen nicht am Minimum stehen und sich Anlagen über längere Zeit leisten können, haben damit bessere Karten im Alter als mit Zinsen.

Kurzfristige Wertschwankungen von Aktien müssen weggesteckt werden. Entweder es werden regelmäßig Fonds gekauft oder man setzt auf eine fondsgebundene Rentenversicherung, je nachdem wie lange die Anleger das Geld „arbeiten“ lassen können, ohne dass es zwischendurch benötigt wird.

Für und Wider des Fondssparens per Police



Zu Beginn des Fondssparen per Police entstehen hohe Kosten der Versicherer, die über die Jahre wieder erwirtschaftet werden. Ein zeitiger Ausstieg bringt hier Verluste. Im Gegensatz dazu stehen die Fondssparpläne, die jederzeit aufgelöst werden können.

Steuerlich liegen Fondspolicen deutlich vorn. Sie punkten nicht nur durch den steuerfreien Fondswechsel während der Laufzeit sondern auch durch die günstigen Steuern bei Auszahlung in einem Betrag. Ist der Anleger mindestens 60 Jahre alt, sind Steuern nur auf 50% der Auszahlungssumme zu zahlen.

Die Auswahl der jeweiligen Fonds im Sparplan trifft der Anleger selbst, bei der fondsgebundenen Rentenversicherung schnürt der Versicherer das Fondspaket, auf das sich der Anleger verlassen muss.

Eigeninitiative erwünscht

Unter den vielen Angeboten scheinen die selbstgemanagten Fondsanlagen in Eigenverantwortlichkeit des Anlegers am lukrativsten. Die getesteten Vertragsvarianten haben allesamt keine Garantien und müssen vom Anleger selbst überwacht werden – eine gute Möglichkeit, seine Anlage wunschgemäß zu gestalten. Viele Versicherer bieten zwar auch das Management und die dazugehörigen Investmententscheidungen zu ihren jeweiligen Fondsanlagen an, allerdings wieder verbunden mit hohen Kosten.

Kosten drücken auf Testergebnis



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Ein Vergleich der Abschluss- und sonstigen Kosten vieler Versicherungen lohnt immer und spart bares Geld. Denn die jeweiligen Fondsanlagen werden um die anfallenden Kosten geschmälert. Deutlich unterschiedliche Kosten je nach gewählten Fonds fallen bei drei Tarifen der Allianz, der Alten Leipziger und des Münchener Verein an, so dass Finanztest kein Qualitätsurteil fällen konnte. Alle anderen Versicherungen schnitten nur mäßig und schlecht ab, vor allem wegen zu hoher Kosten.

Beim Test wurde von einer Wertentwicklung des Fonds von 6% pro Jahr ausgegangen und vorausgesetzt, dass eine einmalige Kapitalleistung vom Versicherer am Ende der Vertragslaufzeit an den Kunden ausgezahlt wird und keine Rente.

Qualität und Flexibilität gut bis sehr gut

Im Fondsdauertest von Finanztest wurde weiter gefragt: Welche Anzahl an Fonds wird angeboten? Kann der Beitrag auf die Fonds verteilt und damit die Geldanlage variiert werden? Diese Faktoren bestimmen die Qualität und Flexibilität der Anlagen, die getestet wurden. Breite Fondspaletten brachten fast allen Unternehmen das Testurteil gut bis sehr gut. Das Geld konnte überall sehr variabel angelegt und beliebig oft umverteilt werden – kostenlos.

Das Gesamturteil für das Fondsangebot vieler Policen ging dann aber doch nicht über mittelmäßig bis schlecht hinaus, da einfach zu wenige gute bis sehr gute Aktienfonds auf dem Markt sind. Dabei beleuchteten die Tester speziell Aktienfonds mit ihren deutlich höheren Renditenchancen.

Gut informiert vor der Entscheidung

Kenntnisse über Investmentfonds sind unerlässlich, wenn man sich für eine Fondspolice entscheiden will, zumal die meisten Policen qualitativ minderwertig sind. Ruhig zurücklehnen kann sich ein Fondsanleger nicht. Mit viel Eigeninitiative und gutem Management der Fondsanlage durch den Kunden sind gute Gewinne für das Rentendasein möglich.

Empfehlenswerte Angebote sind der Tarif SFRV der Interrisk (nur telefonisch zu erfragen). Nicht zu verwechseln mit dem teuren Onlinetarif der Interrisk, AFRV – im Test mit „ausrechend“. Die Hannoversche Leben bietet den günstigen Tarif FR3 – das zweite Angebot mit dem Urteil „gut“.

Das Fondsmanagement sollte der Kunde selbst in die Hand nehmen, um Fondsauswahl und Änderungen steuern zu können. Fonds, die neu ins Programm kommen, sollten zugänglich sein für eventuelle Anlagen. Gibt der Anleger die Verantwortung für das Fondsmanagement an den Versicherer, könnten konzerneigene Fonds als Anlage an erster Stelle stehen, obwohl sie nicht die günstigsten sind.

Durch die monatliche Überweisung der Beiträge ergeben sich viele Kauftermine für die Investmentfonds und Börsenschwankungen können besser überwunden werden.

Ausstieg aus Fondsgebundene Rentenversicherung möglich



Nur wenige Jahre alte teure Policen mit schlechtem Fondsangebot sollten abgestoßen werden. Der Wechsel zu einem Testsieger ist in diesem Fall noch empfehlenswert. Dies gilt nicht für Verträge, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden. Hier lohnt es mehr, bis zum Ende durchzuhalten, um die bereits gezahlten Kosten zu optimieren und eine einmalige steuerfreie Auszahlung zu erhalten. Neuverträge würde wieder neue Kosten generieren, die es zu vermeiden gilt. Um die Restlaufzeit des Altvertrages zu nutzen, ist es günstig, die jeweils besten Fonds im Angebot des Versicherers auszuwählen und das meiste Geld hier zu investieren.


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