Endlagerung

Bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle bedarf es auf Grund der hohen Giftigkeit des Plutoniums sowie der Gefährlichkeit der radioaktiven Strahlung höchster Sorgfalt. Diese Stoffe dürfen auf lange Sicht nicht in großen Mengen in die Biosphäre gelangen. Als Grenzwert wird z. B. die natürliche Strahlung in höher belasteten Gebieten mit Uranerzvorkommen angenommen. Bevor die Abfälle endgelagert werden, müssen diese in hochaktive und mittelaktive Abfälle getrennt werden. Sie werden dann entsprechend ihrer Eigenschaften behandelt: hochradioaktive Stoffe werden in Glas eingeschmolzen, die Glasblöcke werden in einem Edelstahlbehälter eingeschweißt. Mittelaktive Abfälle werden in entsprechenden Fässern verpackt. Die populärste Idee ist die Lagerung in Tiefen von mehreren hundert Metern. Die Lagerstätten werden so ausgesucht, dass die Schichten geologisch beständig sind und die Gesteinsart undurchdringlich ist. Es besteht die Möglichkeit, radioaktive Abfälle durch Kernumwandlung in weniger gefährliche oder stabile Isotope umzuwandeln. Diese Methode setzt aber den Umgang mit den Abfällen nah der Biosphäre voraus und verbraucht viel Energie. Gemäß dem deutschen Entsorgungskonzept müssen alle Arten radioaktiver Abfälle durch Endlagerung in tiefen geologischen Formationen beseitigt werden. Inwiefern dies in einem einzigen Endlager geschehen soll oder in Endlager für wärmeentwickelnde und nicht oder nur schwach wärmeentwickelnde Abfälle aufgeteilt werden soll, ist noch umstritten. Entsprechende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden früh begonnen. Innerhalb des zweiten Atomprogramms der Bundesregierung (1963 bis 1967) wurden konkrete Schritte zur Durchführung der Abfallbeseitigung unternommen. Im Rahmen von Versuchs- und Demonstrationsprogrammen wurden 1967-1978 im Salzbergwerk Asse Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchgeführt, sowie radioaktive Abfälle eingelagert.