Neben der Wind-, Solar- und Bioenergie zählt die Erdwärme (Geothermie) zu den vier Säulen der zukünftigen erneuerbaren Technologien. Unterhalb der festen Erdoberfläche ist die
Geothermie als Wärmeenergie gespeichert. Dort liegen enorme Potenziale, denn in drei- bis viertausend Metern Tiefe herrschen Temperaturen zwischen 100 und 170 °C. In Mitteleuropa steigt die Temperatur um ca. 3°C pro 100 m Tiefe. Um
Strom gewinnen zu können, muss das
Wasser mindestens 100 °C heiß sein. Liegt es unter 100°C kann es für
Fernwärme verwendet werden. Die geothermische Vereinigung Deutschlands gibt an, dass die Erde rund das vierfache der
Energie an den Weltraum abgibt, als die Menschheit an
Energie verbraucht.
Bereits 8000
Megawatt Strom werden weltweit mit Hilfe der
Geothermie gewonnen. Weltweit gehört die klimaschonende
Geothermie zu den am meisten eingesetzten erneuerbaren Energieträgern. In Island, wo es viele Geysire gibt, sind Gas und Öl zu Heizzwecken praktisch vom Markt verschwunden. Neben Island sind die Länder Mittelamerikas, Japan, Kalifornien sowie Neuseeland und die Toskana Vorreiter. Dort gab es bereits vor 100 Jahren erste Anlagen zur Stromerzeugung mit Erdwärme. Das Geoforschungszentrum Potsdam fand in Studien heraus, dass in Deutschland bis zu 29% des Wärmebedarfs aus derzeit bekannten Thermalwasserressourcen gedeckt werden könnte.