Einmal jährlich wird abgerechnet. Strom- und Gasanbieter ermitteln den Jahresgesamtverbrauch und verrechnen diesen mit etwaigen geleisteten Abschlagszahlungen. Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, weiß um die Unsicherheit und Skepsis der Verbraucher und verrät einige Tipps.
Prüfung der Basisdaten
Natürlich kann eine Abrechnung auch einmal fehlerhaft sein. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn zwar die Abrechnung an sich korrekt ist, jedoch falsche Daten zugrunde gelegt wurden oder infolge eines Zahlendrehers in der Zählernummern der Verbrauch eines anderen berechnet wurde.
Die Verbraucherzentrale rät daher grundsätzlich, die Basisdaten der Rechnung mit denen der Vorjahresabrechnung zu vergleichen - sofern im Jahresverlauf kein Austausch des Zählers erfolgt ist. Im Zweifel hilft auch ein Blick auf den Zähler selbst - dort lassen sich Zählernummer und Zählerstand nachlesen. Im übrigen muss der in der Zählerendstand der letzten Abrechnung mit dem Anfangsstand der aktuellen Rechnung korrespondieren.
Eichsiegel kontrollieren
Sofern es sich um einen gültig geeichten Zähler handelt, sind Fehler nahezu auszuschließen. Im Falle begründeten Zweifels kann man allerdings über den Eigentümer des Zählers (im Regelfall der örtliche Energieversorger) eine Befundprüfung bei einer staatlich anerkannten Prüfstelle beantragen. Definiert hierbei sind Verkehrsfehlergrenzen im Hinblick auf die Genauigkeit der Messungen. Entsprechend der Genauigkeitsklasse des Zählers liegen diese bei 6 -10 % des Anzeigewertes. Nur wenn ein Überschreiten dieser Fehlergrenze vorliegt, gehen die Kosten der Überprüfung zu Lasten des Eigentümers. Andernfalls muss der Antragsteller die Kosten übernehmen.
Ursachen von Mehrverbrauch kritisch hinterfragen
Die Gründe für einen Mehrverbrauch die im Regelfall in eine Nachzahlungsforderung resultieren, können vielfältig sein. Eine Möglichkeit ist, dass der angenommene Verbrauch vom tatsächlichen Verbraucht derart abweicht, dass die Abschlagssumme die Kosten des Gesamtverbrauchs nicht deckt. Allerdings können auch veränderte Lebensumstände dazu führen, dass mehr verbraucht wurde, als zunächst geschätzt. So kann die Geburt eines Kindes oder das Zusammenziehen mit dem Partner den Verbrauch ganz fix in die Höhe treiben.
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