Tipps zum richtigen Heizen: Heizkosten sparen ohne zu frieren

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Tipps zu Beginn der Heizperiode



Laut Information des Deutschen Mieterbundes (DMB) haben Vermieter dafür Sorge zu tragen, dass für den Zeitraum der Heizperiode in Wohnungen Mindesttemperaturen von 20 Grad in Wohnräumen sowie 21 Grad im Bad vorherrschen können. Genau betrifft dies die Zeit vom 1. Oktober bis 20. April.

Wie der Mieter dann heizt und ob er diese Temperaturen wirklich einstellt, bleibt ganz ihm überlassen. Allerdings dürfen Mieter die Heizung in der kalten Jahreszeit nicht völlig abstellen. Gemäß Urteil des Landgerichts Hagen - AZ: 10 S 163/07 - sind Mieter verpflichtet, ihre Wohnung zumindest unerheblich zu heizen, um Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen. Verletzt der Mieter diese Pflicht kann der Vermieter von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen, da eine "nicht unerhebliche Pflichtverletzung" vorliegt.

Kosten sparen durch Absenken der Zimmertemperatur

Dieter Bindel, Vorsitzender des baden-württembergischen Landesverbandes der Gebäudeenergieberater, Ingenieure und Handwerker (GHI), weiß, dass es Kosten spart, die Heizung herunter zu drehen. Nur ein Grad weniger bringt eine Ersparnis von 6 % Heizenergie. Reguliert man die Temperatur also von 23 auf 20 Grad, lassen sich 15 bis 20 % der Heizkosten sparen. Zudem empfiehlt sich die Einstellung einer Temperatur von 16 Grad über Nacht - in allen Räumen.

Schimmelbildung durch richtiges Heizen vorbeugen

Ulrich Löhlein vom Immobilenverband Deutschland (IVD) weist auf die Schimmelgefahr in ungeheizten oder zu wenig erwärmten Wohnungen hin. Die Luftfeuchtigkeit kann an den kalten Wänden kondensieren, daraus kann Schimmel entstehen. Die Wohnung regelmäßig tagsüber auskühlen zu lassen, um sie dann erst wieder aufzuheizen, verursache außerdem meist zusätzliche Kosten.

Löhlein warnt vor dem Versuch, ein Zimmer über ein anderes zu beheizen. Er rät statt dessen dazu, die Türen der Zimmer zu schließen, die nicht beheizt werden. Alles andere führe lediglich dazu, dass die feuchtwarme Luft aus dem geheizten Raum in dem ungeheizten Raum abkühlt. Mit der Folge, dass sich dort die Feuchtigkeit niederschlage.

Richtig Lüften spart bares Geld

Die Faustregel lautet: Dreimal täglich drei Minuten Stoßlüften. Dabei beachten: Je kälter es draußen ist, desto kürzer die Lüft-Phase. Dabei ist unbedingt zu berücksichtigen, dass die warme Luft von der Heizung aus im gesamten Raum zirkulieren kann. Vor den Heizkörpern darf aus diesem Grund kein Sofa oder ein anderes Möbel stehen. Ein Wärmestau kann nur vermieden werden, wenn mindestens 20 Zentimeter Abstand gewährleistet sind.

Letzte Maßnahmen: Betriebskostenspiegel prüfen und Anbieterwechsel anregen

Sind alle beschriebenen Dinge berücksichtigt worden, ohne dass die Heizkosten sinken, helfen nur noch zwei letzte Maßnahmen: Betriebskostenspiegel prüfen und zum Anbieterwechsel anregen. Hierzu gibt der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes (DMB) Durchschnittswerte an. Weichen die individuellen Kosten negativ ab und fallen unverhältnismäßig höher aus, ist ein Gespräch mit dem Vermieter über energiesparende Modernisierungsmaßnahmen angezeigt. Schließlich greifen Sparmaßnahmen letztlich nur bei entsprechender Wartung und Modernisierung der Heiztechnik sowie Wahl eines kostengünstigen Anbieters.

So hat der Bundesgerichtshof Vermieter in einem Urteil (AZ VIII ZR 243/06) dazu verpflichtet, einen günstigen Anbieter für die Wärmeversorgung zu wählen. Es müsse ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis vorliegen, so die richterlich definierte vertragliche Nebenpflicht des Vermieters als Gebot der Rücksichtnahme auf die Interessen des Mieters. Allerdings müssen Vermieter nicht ständig den Markt überwachen und kurzfristige Anbieterwechsel vornehmen. Langjährige Vertragsbeziehungen müssen demnach nicht einfach aufgegeben werden.

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