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Auf 61,5 Millionen Euro beziffert die Statistik des Bundeskriminalamtes die Höhe der entstandenen Schäden durch Online-Kriminalität. Ein Wachstum um 66 % allein im Jahr 2010. Hinzu kommen 21,2 Millionen Euro Schaden durch sogenanntes Phishing. Hiervon betroffen sind im wesentlichen Bankgeschäfte, weiß Michael Heinen von der Postbank.
Besondere Vorsicht bei Bankgeschäften
Da die Banken zum einen ständig über die Gefahren des Online-Bankings aufklären und zum anderen stetig den Schutz durch neue Sicherheitsverfahren verbessern, denken sich Cyber-Kriminelle immer wieder neue Tricks aus. Besonders betroffen sind unbedarfte und arglose Bankkunden, die wir vor 3 neuen Maschen warnen wollen.
Testüberweisung
In einer der aktuellen Maschen fordern die Betrüger den Kontoinhaber zur Durchführung einer Testüberweisung auf, angeblich um weiterhin am Online-Banking teilnehmen zu können. Die Überweisung nimmt die kriminelle Software automatisch vor, der Kunde soll eine Bestätigung der Daten per TAN vornehmen. Anstelle eines angeblichen Testes wandert der konkrete Betrag vom Konto des Kunden auf das Konto des Betrügers.
Falsche Gutschrift
Eine andere kriminelle Software gaukelt dem Bankkunden eine versehentlich auf sein Konto gebuchte Gutschrift vor. Angeblich müsse das Konto entsperrt werden und es bedürfe einer sofortigen Rücküberweisung. Klickt der Kunde den Button "Retouren" an, wird er direkt auf eine Überweisung mit den Empfängerdaten des Cyber-Gangsters weitergeleitet. Da der Kontoinhaber selbst manuell eine Überweisung vornimmt, können die neuen Sicherheitsverfahren des Online-Bankings nicht greifen.
Datenabfrage
Besonders gerissen ist der Missbrauch während der Phase der Umstellung der Papier-TAN-Listen auf SMS- und chipTAN-Verfahren. Hier blendet ein neuer Trojaner während des Online-Bankings ein Pop-up-Fenster ein. In diesem wird der Kunde zur Eingabe von Daten und TAN-Nummern aufgefordert, angeblich um die alte TAN-Liste weiterhin nutzen zu können. Die Betrüger überweisen dann mit den TAN-Nummern Geld vom Bankkonto des Kunden ins Ausland.
Aufmerksamkeit und Schutz wichtiger denn je
Teilnehmer an Online-Banking-Verfahren sollten unbedingt regelmäßige Updates des Betriebssystems und des Virenscanners vornehmen und den Einsatz einer Firewall-Software überdenken.
Gebetsmühlenartig sollte man sich ins Gedächtnis rufen: Banken fordern ihre Kunden niemals zur Preisgabe von Zugangs- und anderen Daten auf - weder per E-Mail noch im Internet. Sobald man zu Rück- oder Testüberweisungen aufgefordert wird, sollte man aufhorchen.
Zudem sollte man sich stets vergewissern, auf der echten Homepage seiner Bank zu sein. Per Klick auf die rechte Maustaste können die Eigenschaften einer Seite angezeigt werden. Das Seitenzertifikat gibt den Urheber der Webseite an.
Schon die geringsten Abweichungen der Adresse im Browser lassen auf eine gefälschte Seite schließen. Die meisten Banken nutzen die Verschlüsselung durch das sichere EV-SSL-Protokoll, die man im Browser daran erkennt, dass der Link von "http" auf "https" wechselt. Das "s" steht dabei stellvertretend für "sicher" steht. Oft färbt sich die Browserzeile grün.
Weitere Sicherheit durch neue Verfahren
Mehr Sicherheit bieten die neuen TAN-Verfahren mittels Chip- und SMS-TAN. Bei diesen Systemen schickt die Bank die TAN entweder per SMS auf das Mobiltelefon des Kunden oder der Kunde erstellt die TAN mit Hilfe eines TAN-Generators in Verbindung mit seiner Kundenkarte.
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