Kunden dürfen in schwarze Liste Einblick nehmen

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Versicherungen müssen ab April den Kunden auf Wunsch einblick in die Anti-Betrugsdatei von Versicherungen gewähren.

Ab April 2009 können sich die Kunden der verschiedenen Versicherungen darüber informieren, ob ihr Name in der Anti-Betrugsdatei der Versicherungen aufgelistet ist. Das Magazin "Capital" berichtet, dass das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft zurzeit über 9,5 Millionen Einträge verfügt.

In der so genannten "schwarzen Liste" werden Informationen und Namen von Kunden durch die Versicherer gesammelt. Welche Kriterien erforderlich sind, damit der Versicherte im HIS eingetragen wird, darüber schweigen sich die Versicherungen aus. Es heißt, das sei geheim. Ist ein Kunde im HIS eingetragen, so muss er mit höheren Beiträgen, z.B. bei der Autoversicherung, der Rechtsschutz- oder der Haftpflichtversicherung oder aber bei der Berufsunfähigkeitsversicherung rechnen. Auch die Ablehnung von Verträgen kann auf einen HIS-Eintrag zurückzuführen sein.

Die Zeitschrift "Capital" berichtet, dass die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte, Bettina Sokol, eine entsprechende Initiative gestartet hat, der die Versicherungswirtschaft nun folgen muss. Experten kritisieren die Selbstverpflichtung als noch unzureichend. Professor Hans-Peter Schwintowski (Berliner Humboldt-Universität) moniert gegenüber "Capital", dass noch offen zu legen wäre, warum und unter welchen Kriterien Versicherte in diese HIS-Liste eingetragen wurden. Auch dies sollten die Versicherungskunden erfahren dürfen.

Ab April 2009 können die Versicherten die Anfragen an den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, den GDV, richten.

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