Deutsche Telekom: Weiterhin Pflicht zu Call-by-Call und Preselection

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Entwurf der Regierung plant weitere Verpflichtungen der Deutschen Telekom für herkömmliche und IP-basierte Telefonanschlüsse

Aus dem jüngst veröffentlichten Entwurf einer Regierungsverfügung geht hervor, dass die Bundesnetzagentur plant, die Deutsche Telekom AG auch in Zukunft zu verpflichten, Preselection und Call-by-Call an ihren Anschlüssen zuzulassen. Die Regierungsverfügung baut auf eine zweijährlich durchgeführte Marktanalyse der Telefonanschlüsse auf. Aus dem Entwurf geht weiterhin ganz klar hervor, dass die Preselection- und Call-by-Call-Verpflichtung nicht nur für normale Telefonanschlüsse sondern auch für IP-basierte Anschlüsse gilt.

Mathias Kurth von der Bundesnetzagentur: "Call-by-Call und Preselection machten im Jahr 2008 noch 33% der Wettbewerberangebote aus. Damit ist deren Bedeutung angesichts von Flatrate- und Bündelangeboten zwar rückläufig, dennoch stellen diese Zugangsvarianten für bestimmte Kundengruppen nach wie vor eine wichtige Option dar. Die Regulierungsziele der Förderung nachhaltig wettbewerbsorientierter Telekommunikationsmärkte und der Sicherstellung eines chancengleichen Wettbewerbs wie auch die Interessen der Verbraucher und die tatsächliche Nachfrage rechtfertigen es nicht, diese Wahlmöglichkeiten durch Beenden der Verpflichtung abrupt zu unterbinden."

Weiterhin sieht der Entwurf vor, dass die Deutsche Telekom AG sich zur Überlassung von Anschlüssen an Mitbewerber verpflichten muss. Auch die Anschluss-Entgelte sollen nach wie vor einer Regulierung unterliegen. Die Deutsche Telekom hatte bisher dieses Anschluss-Resale ohne Verpflichtung angeboten. Die vorgesehene Verpflichtung durch die Bundesnetzagentur soll neue Voraussetzungen für Standardisierung und Festlegung von Geschäftsprozessen kreieren. Dies würde bedeuten, dass nun auch alternative Netzbetreiber aufgrund einer verlässlichen Rechtsgrundlage Anschlüsse für eigene Kunden von der Telekom beziehen und so auch in der Lage sind in Regionen tätig zu werden, in denen die eigen Infrastruktur noch nicht nutzbar ist.

Kurth weiter: "Mit dem Konsultationsentwurf hat die Bundesnetzagentur ein ausgewogenes Gesamtpaket aus den ihr zur Verfügung stehenden regulatorischen Maßnahmen geschnürt. Die Marktteilnehmer erhalten nun die Gelegenheit, sich zu dem Entwurf zu äußern."

Da sich die wettbewerblichen Strukturen auf den Telekommunikationsmarkt immer mehr festigen, sieht der Regierungsentwurf auch Lockerungen einiger Regulierungen vor. Die Deutsche Telekom soll zum Beispiel in Zukunft nicht mehr dazu verpflichtet sein, der Bundesnetzagentur geplante Entgeltmaßnahmen zwei Monate vor deren Inkrafttreten anzuzeigen.

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