10 % Überschreitung gegenüber Kostenvoranschlag gilt nicht als erheblich

  1. Wohnen & Eigenheim
  2. Tarifeverzeichnis



Eine Überschreitung von 10 % des Rechnungsbetrags gegenüber dem Kostenvoranschlag wird nicht als erheblich angesehen.

Bei einer Rechnung, die den Betrag im Kostenvoranschlag um 10 Prozent übersteigt, kann der Bauherr keinen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen. Im aktuellen Fall hatte eine Bauherrin auf der Basis eines Kostenvoranschlags in Höhe von 22.400 Euro eine Fensterfirma beauftragt, die Fenster einzubauen. Obwohl die Schlussrechnung mit 27.100 Euro von der Fensterfirma gestellt worden war, bezahlte die Bauherrin nur den Angebotspreis aus dem Kostenvoranschlag mit der Begründung, die Differenz von 10 Prozent sei erheblich und müsse daher nicht bezahlt werden.

Die Fensterfirma akzeptierte die Angleichung der Rechnung an den Kostenvoranschlag nicht und klagte vor Gericht. Im wesentlichen wurde der Klage der Handwerksfirma vom Landgericht Coburg statt gegeben. Laut Erläuterungen der Experten der ARAG war in der Schlussrechnung eine Position beinhaltet, die im Kostenvoranschlag nicht integriert war. Die zusätzlich ausgewiesenen Arbeiten im Wert von 2.300 Euro beruhten auf Zusatzaufträgen der Beklagten nach Erstellung des Kostenvoranschlags. Dieser Betrag von 2.300 Euro hatte bei der Frage hinsichtlich eines begründeten Schadensersatzanspruchs aufgrund erheblicher Überschreitung nicht berücksichtigt werden dürfen.

Dadurch reduzierte sich die maßgebliche Preiserhöhung auf nur 2.400 Euro, also etwa 10 Prozent der Angebotssumme. Nach Auffassung des Gerichts war damit noch keine wesentliche Überschreitung des Rechnungsbetrags im Vergleich zum Kostenvoranschlag gegeben. (LG Coburg, Az.: 12 O 81/09)
Mehr zum Thema:

 



Das könnte Sie auch intressieren: