Beiträge für Krankenversicherung werden vorerst nicht erhöht

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Obgleich der Gesundheitsfonds einen Fehlbetrag von insgesamt 3,6 Milliarden Euro zu verzeichnen hat, soll dieser Fehlbetrag von den meisten Betriebkrankenkassen nicht in Form von Zusatzbeiträgen ab dem 01. Januar 2010 ausgeglichen werden.

Der Kölner Stadt-Anzeiger startete eine Umfrage, welche Krankenkassen aufgrund des Fehlbetrags im Gesundheitsfonds ab Anfang des nächsten Jahres Zusatzbeiträge für die Versicherten planen. Eine erste Auswertung besagt, dass weder die DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse), die Techniker Krankenkasse, die in Fusion gegangene Barmer/Gmünder Ersatzkasse noch die AOK in Sachsen-Anhalt und Rheinland/Hamburg vorhaben, das Finanzloch durch Versichertenbeiträge zu stopfen. "Mir ist keine einzige Kasse bekannt, die für Januar Zusatzbeiträge erheben wird", so eine stellvertretende Sprecherin des BKK- Bundesverbandes, Andrea Wilhelmi gegenüber des Kölner Stadt-Anzeigers.

Allerdings kann jetzt schon gesagt werden, dass diese Prognosen nicht für das ganze Jahr gelten. Da die Ausgaben für Arzneimittel und stationäre Behandlungen immer mehr steigen und zudem die Arbeitsmarktentwicklung alles andere als stabil ist, könnte eine spätere Erhöhung nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs beteuerte jedoch: "Wir werden so lange es geht auf Zusatzbeiträge verzichten."

Im übernächsten Jahr kann es schon ganz anders aussehen, denn dann muss ein Bundeskredit von 2,3 Milliarden Euro, der zur Krisenüberbrückung im Jahr 2009 gewährt wurde, zurückgezahlt werden. Dazu DAK-Sprecher Jörg Bodanovitz: "Daher werden 2011 praktisch alle Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben müssen."

Berichten der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge müsse der Gesundheitsfonds in 2009 kein Darlehen in Milliardenhöhe von Seiten des Bundes in Anspruch nehmen, um die Krankenkassen zu finanzieren. Diese Woche wurde dem Fonds ein 880 Millionen Euro Darlehen vom Bund gewährt, welches bereits Mitte Dezember dank der Beiträge auf das Weihnachtsgeld schon wieder zurückbezahlt werden könne. Laut einem Sprecher des Bundesversicherungsamts wurde von dem Fonds nur ein Darlehen von geringem Umfang in Anspruch genommen.

Der neue Darlehensrahmen, der von der großen Koalition mit dem neuen Konjunkturpaket bewilligt worden war und bis Ende übernächsten Jahres zurückgezahlt werden sollte, müsse nun gar nicht in Anspruch genommen werden. Dass der Gesundheitsfonds ohne Darlehensschuld in das neue Jahr startet, ist laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung der positiven Entwicklung bei den Beitragseinnahmen zu verdanken.

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