Wasserzähler ist nicht gleich Wasserzähler

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Der BGH verpflichtet Wasserversorger zum Austausch von Hauptzählern, wenn diese einen zu hohen Nenndurchfluss haben.

Kunden von Wasserversorgen haben einen gesetzlichen Anspruch auf Wasserzähler, die angemesse Abrechnungen ermöglichen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21.04.2010 (BGH VIII ZR 97/09) müssen Wasserversorgungsunternehmer Wasserzähler austauschen, wenn dem Kunden große Volumen der vorhandenen Zähler wesentlich höhere Kosten entstehen. Mit diesem Urteil wird eine Entscheidung des Landgerichts Leipzig aufgehoben.

Der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB) Lukas Siebenkotten wertet dies als ein wichtiges Urteil, denn große Hauptzähler bringen den Versorgungsunternehmern einen größeren Gewinn. Im vorliegenden Fall aus Leipzig entstanden den Verbrauchern um 130 Prozent höhere Wasserkosten, weil die installierten Wasserzähler einen Nenndurchfluss von 6,0 m3/h statt 2,5 m3/h hatten. Den Angaben des Deutschen Mieterbundes zufolge hätten durch die kleineren Wasserzähler in jeder Wohnung 100 Euro Wasserkosten gespart werden können.

Siebenkotten schätzt, dass bis zu 10 Prozent der Städte und Kreise, in denen die Grundgebühren zählerabhängig sind, ihre überdimensionierten Zähler nun austauschen müssen. Ob sie die dann eingebüßten Gewinne über Wasserpreiserhöhungen wieder hereinholen wollen, bleibt abzuwarten.


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