Versicherungen: Monatliche Beitragszahlungen mit höheren Zuschlägen verbunden

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Versicherungen, die mit Monatsbeiträgen werben, aber die Kunden nicht auf die Effektivzinsen hinweisen, müssen ihren Kunden künftig unter bestimmten Bedingungen zuviel gezahlte Beiträge zurückzahlen.

Ein Anerkennungsurteil des Bundesgerichtshofs, welches am 29.07.2009 (I ZR 22/07) ein vorangegangenes Urteil des Bamberger Landgerichts (Az. 2O 764/04) bestätigte, macht es amtlich. Versicherungen, die zur Kundengewinnung monatlich zu zahlende Beiträge anbieten, müssen ihre Kunden im gleichen Zuge auf den Effektivzins hinweisen, der sich hieraus ergibt. Und der ist nicht wenig. Er kann bis zu 11 Prozent betragen und macht damit die angeblich so billige Versicherung zunichte. Kunden schließen die Versicherung ab, weil die monatlichen Beiträge recht niedrig sind. Würden sie eine einmalige Jahresprämie zahlen, würden sie etwa 5 Prozent Zuschläge sparen.

Die Hamburger Verbraucherzentrale will mit Musterklagen an die Versicherer nun ein Zeichen setzen. Unzufriedene Kunden können sich dem anschließen. Die Verbraucherzentrale stellt den Versicherten neben ausführlichen Infos auch vorgedruckte Formbriefe zur Verfügung, in denen die Kunden ihre zuviel gezahlten Zuschläge von den Versicherern zurückfordern können. Möglich ist das bei Verträgen, deren Jahresprämie mehr als 200 Euro beträgt. Für ab 2002 abgeschlossene Verträge gilt ein Recht auf Widerruf und Rückabwicklung der Verträge, sofern die Versicherer nicht im Rahmen der Ratenzahlung auf das Recht auf Widerruf schriftlich hingewiesen haben. Bleibt abzuwarten, ob die Versicherer auch tatsächlich zur Rückzahlung bereit sind.

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