ver.di protestiert: Jobcenter verlieren 3.500 Mitarbeiter

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Zum Jahresende laufen in den Jobcentern der Agentur der Arbeit 3.500 befristete Arbeitsverträge aus.

Bereits jetzt fehlen den Jobcentern der Agentur für Arbeit etwa 1.000 Berater. Diese Situation wird sich noch verschärfen, wenn zum Jahresende weitere 3.500 befristete Arbeitsverträge von kommunalen Beratern und Sachbearbeitern auslaufen. Vor den Folgen des Stellenabbaus warnt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Sie fürchtet Beeinträchtigungen in der Betreuungsarbeit und hat bereits bundesweite Proteste angekündigt.

Nach Meinung des Mitglieds des ver.di-Bundesvorstandes Achim Meerkamp müssen nun die Beschäftigten und Hilfebedürftigen den politischen Kompromiss zur Zukunft der Jobcenter tragen. Er sieht die pünktliche Zahlung von Leistungen und die Betreuung der Erwerbslosen in Gefahr.

Am Donnerstag, den 30. September mussten die Mitarbeiter, deren Verträge zum Jahresende auslaufen, sich selber arbeitslos melden. ver.di wird diesen Stichtag nutzen, um bundesweit vor den Jobcentern Proteste gegen den Stellenabbau zu organisieren.

ver.di-Bundesvorstandsmitglied Isolde Kunkel-Weber fordert derweil ein Umwandeln der befristeten in unbefristete Arbeitsverträge. Nach ihrer Meinung werden sowohl die kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Beschäftigten der Bundesagentur in den Jobcentern dringend gebraucht. Sie fürchtet lange Wartezeiten beim Bearbeiten der Leistungsanträge und längere Vermittlungszeiten, was ein sozialpolitisches Desaster darstellen würde. Kunkel-Weber bemängelt, dass die politische Festsetzung der Personalkostenhaushalte nicht die Arbeitsbelastung und die notwendige Personalausstattung berücksichtigt.

Die Personal-Fluktuation in den Jobcentern betrüge jährlich mehr als 10 Prozent. Der Anteil von befristeten Arbeitsverträgen liege weiterhin bei 30 Prozent. Daher sei die Situation sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Hilfsbedürftigen nicht erträglich. Daher würden die Aktionen von ver.di sowohl von den befristeten als auch von den unbefristet Beschäftigten aus allen Gruppen der Jobcenter unterstützt.
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