Riester-Rente: Neue Regelungen schaffen mehr Klarheit im Riester-Wirrwarr

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Für den Fall der Zulagenberechtigung beim Riester-Sparen schaffte der Staat durch neue Regelungen mehr Klarheit. In der Vergangenheit häufig zurückgeforderte Zulagen aufgrund fehlender Eigenleistung der Versicherten haben nun eine Verbesserung des Verbraucherschutzes zur Folge.

Riester Rente
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Ab 2012 gilt für alle Riester-Sparer ein jährlicher Mindestbeitrag von 60 Euro. Damit sollen Unklarheiten aus der Welt geschafft werden, aufgrund derer viele Versicherte aus Unwissenheit keinen Mindestbeitrag gezahlt hatten und dadurch die Zulagenberechtigung verloren.

Der verbesserte Verbraucherschutz und eine gesetzliche Kulanzregelung von Seiten der Bundesregierung hilft Riester-Sparern, bereits zurückgeforderte Zulagen zu erhalten, indem sie ihren Mindestbeitrag für die betreffenden Jahre nachzahlen. Ab 2012 wird es noch einfacher, dann gilt für jeden Sparer ein jährlicher Mindestbeitrag von 60 Euro. In der Vergangenheit war es häufiger vorgekommen, dass Sparer aus Unwissenheit keinen eigenen Beitrag geleistet hatte und daraufhin bereits gewährte Zulagen zurückgefordert wurden.

Mittelbare Zulagenberechtigung ändert sich durch Geburt eines Kindes

Dieser Fall trat bei nicht berufstätigen Ehepartnern von Riester-Sparern auf. Es bestand eine mittelbare Zulagenberechtigung, die Zahlung eines Mindestbeitrags war nicht nötig. Anders sah es allerdings nach der Geburt eines Kindes aus. Durch die daraus resultierende Mitgliedschaft der Frau in der Rentenversicherung, die für die Dauer von drei Jahren Rentenversicherungsbeiträge gezahlt und die Kindererziehungszeiten auf die Rente angerechnet hatte, änderte sich die mittelbare Zulagenberechtigung in eine unmittelbare Zulagenberechtigung. Was viele Versicherte nicht wissen, ist, dass dann im Jahr ein Mindestbeitrag von 60 Euro gezahlt werden muss. Nur dann besteht ein Anspruch auf die volle Zulage. Derartige Änderungen der Familienverhältnisse wurden aber oft nicht mitgeteilt und auch keine Beiträge gezahlt. Bereits gewährte Zulagen wurden daraufhin zurückgefordert, die Versicherten erhielten zum Ablauf des Vertrags weniger Geld.

Versicherte können Zulagen durch Nachzahlung der Beiträge nun erhalten

Die unbürokratische Neuregelung durch den Gesetzgeber sieht nun den Erhalt der Zulagen vor. Dafür erhalten die Versicherten, die keine oder zu wenig Beiträge eingezahlt haben, eine Mitteilung. Die versäumten Beiträge können dann nachträglich einbezahlt werden. Gleichzeitig muss der Versicherer eine Information erhalten, für welche Jahre diese Nachzahlungen bestimmt sind. Der Anbieter setzt sich dann mit der Zulagenstelle in Verbindung, die bereits zurückgeforderte Zulagen wieder auf das Versichertenkonto zurückbuchen wird.

Ab 2012 einheitlicher Mindestbeitrag von 60 Euro

Ab 2012 soll die Problematik der Zulagenberechtigung übersichtlicher gestaltet werden. Volle Zulageberechtigung erhält dann nur noch derjenige, der jährlich einen Mindestbeitrag von 60 Euro leistet. Sparer sollen dadurch auch den Wert der Riesterverträge anders einschätzen, denn durch den Mindestbeitrag von fünf Euro pro Monat wird das Bild einer staatlich finanzierten Zusatzrente dahingehend geändert, dass auch eine Eigenleistung eines jeden Sparers erforderlich ist. Mittelbar Zulagenberechtigte haben durch den Mindestbeitrag keinen Nachteil, denn die Zusatzrente wird durch die Eigenleistung höher ausfallen.
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