Arbeitsagentur: Bessere Chancen für Langzeitarbeitslose

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Zahl der Arbeitslosen sank um gut ein Drittel in den letzten fünf Jahren. Dennoch verschlechtert sich Struktur der Arbeitslosigkeit. Eine Million offene Stellen. Arbeitgeber können nicht auf Idealtypus eines Arbeitnehmers warten.

Die Möglichkeiten für Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt haben sich in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert. Dieser positive Trend ist der Broschüre zur Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland zu entnehmen, die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) herausgegeben wurde. Unter anderem geht es hier auch um Strukturprobleme, steigende Fluktuation am Arbeitsmarkt und regionale Disparitäten.

Arbeitsmarkt flexibler und dynamischer

Obwohl die Struktur der Arbeitslosigkeit in Deutschland inzwischen sehr stark auf Problemfälle konzentriert ist, kann die Lage am deutschen Arbeitsmarkt insgesamt als gut beurteilt werden. Er profitiert von einer höhere Flexibilität und Dynamik und dem Einfluss der demografischen Entwicklung auf Angebot und Nachfrage. Das Vermittlungs- und Aktivierungssystem erfasst inzwischen alle potentiellen Arbeitnehmer, sowohl Bezieher von Arbeitslosengeld als auch von Sozialhilfe. Schwierig ist nach wie vor die Integration von Menschen mit ganz spezifischen Problemen in den Arbeitsmarkt. Dennoch geht die Langzeitarbeitslosigkeit zurück. Arbeitsmarktnahe Arbeitslose können schneller wieder in den Arbeitsprozess übernommen werden. Übrig bleibt eine sehr komplizierte und schwer vermittelbare Struktur von arbeitslosen Menschen.

Harter Kern bleibt übrig

Die Langzeitarbeitslosigkeit steht als Indikator für verfestigte Arbeitslosigkeit. 2006 waren noch 1,7 Millionen Menschen als Langzeitarbeitslose registriert. Im Juni 2011 hatte sich diese Zahl fast halbiert auf 886.000. Zu diesem Ergebnis kam die aktuelle Studie der BA. Als immer größere Herausforderung bezeichnet Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der BA, den immer weiter bröckelnden Sockel an Langzeitarbeitslosen. Übrig bleibt der harte Kern an Menschen mit großen Problemen, deren erfolgreiche Integration in absehbarer Zeit kaum zu stemmen sein wird.

Die Integrationschancen für Hartz IV Empfänger sind inzwischen so gut wie nie. Dennoch gibt es eine Million offene Stellen in Deutschland – ein großes immer noch ungenutztes Potential, mahnt Alt. Der Idealtypus eines Arbeitnehmers ist kaum noch zu finden, so dass die Betriebe immer mehr umdenken. Da spielt der Fairnessgedanke gegenüber den Menschen eine Rolle ebenso wie die Volkswirtschaft insgesamt und der Wirtschaftsstandort Deutschland. Einfache Arbeit habe noch viel Raum, erklärt Alt.

Dynamik am Arbeitsmarkt wächst

Der Austausch zwischen Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit geht immer lebendiger vonstatten. Selbst Langzeitarbeitslose schaffen immer häufiger den Sprung in ein Beschäftigungsverhältnis. Die Diskussionen über Zeitarbeit, befristete Beschäftigungen oder den Niedriglohnsektor reißen zwar nicht ab. Dennoch sind Langzeitarbeitslose, Ältere oder Geringqualifizierte definitiv die Gewinner in diesen dynamischen Arbeitsmarktprozessen.

Die gesamte Broschüre zur Arbeitsmarktsituation für Langzeitarbeitslose ist im Internet unter http://statistik.arbeitsagentur.de/arbeitsmarktberichte target=_blank>
http://statistik.arbeitsagentur.de/arbeitsmarktberichte
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