Berufsunfähigkeitsversicherung: Knapp jeder Dritte ist versichert

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Der Branchendienst Map-Report beklagt die aktuelle Marktsituation hinsichtlich Berufsunfähigkeits-Policen (BU-Policen), weil weniger als ein Drittel aller Erwerbstätigen über eine entsprechende Versicherung verfüge.

In einem Turnus von 6 Jahren analysiert der auf die Assekuranz spezialisierte Branchendienst Map-Report die Marktsituation hinsichtlich Berufsunfähigkeits-Policen (BU-Policen). Dessen Chef, Manfred Poweleit, beklagt, dass weniger als ein Drittel aller Erwerbstätigen über eine entsprechende Versicherung verfügt.

Bezeichnen Verbraucherschützer die BU-Policen als „unverzichtbare Police für jedermann“, können sich - realistisch gesehen - gerade Beschäftigte in der Gruppe der sogenannten Hochrisikoberufe , solcherlei Versicherungen kaum leisten.

Hintergründe im Wandel

Zu diesen Risikoberufen zahlen Gerüstbauer, Dachdecker und Bergleute. Etwa 50 % der Erwerbstätigen dieser Gruppe scheiden vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Bei Frauen ist Krankenschwester der Risikoberuf, der 37,5 % der Beschäftigten berufsunfähig werden lässt. Tierpflegerinnen ergeht es ähnlich.

Was die Ursachen der Berufsunfähigkeit anbetrifft, wurden Erkrankungen von Muskeln, Skelett, Herz und Kreislauf allerdings längst von psychischen Erkrankungen eingeholt und haben zu einem 38 %-igen Anstieg der Frühverrentungen seit dem Jahr 2000 geführt.

Gefährliches Desinteresse

Poweleits Faustregel lautet: "Handarbeiter haben hohes Risiko und geringes Einkommen, Kopfarbeiter haben geringes Risiko und hohes Einkommen". Aber: Auch wer sich die Police leisten könne, scheue davor zurück. Schließlich sei die Zahl der BU-Versicherungsbestände rückläufig. Aktuell zähle man ca. 17 Millionen Verträge.

Das Prämienaufkommen andererseits stieg kontinuierlich um ca. 5 % jährlich auf zuletzt 6,7 Milliarden Euro. Das Niveau der monatliche BU-Rente stieg gleichermaßen von durchschnittlich ca. 506 € (2005) auf 583 € (2010). Insgesamt jedoch eine zu dürftige Entwicklung, um eine mögliche Berufsunfähigkeit vernünftig abzusichern, so Poweleits Warnung.

Lediglich 1,09 Millionen der 1,45 Millionen BU-Anträge aus dem vergangenen Jahr seien wie beantragt angenommen worden. Die übrigen wurden abgelehnt, es wurde ein Risikozuschlag gefordert oder gar die beantragte Rente gekürzt. Ärger mit den Police-Inhabern quasi antizipziert, so dass solche Policen kaum noch aktiv angeboten werden.

Die Assekuranz-Konzerne zeichnen seiner Auffassung nach für die geringe Verbreitung des Policen verantwortlich. Deutlich seine Kritik: Vermutlich seien es die hohen Gewinnspannen, auf die die Konzerne nicht verzichten wollen.
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