Deutsche setzen beim Thema Altersvorsorge auf Eigenheim und Gold

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Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge geht stark zurück. Kauf von Eigenheim und Investition in Gold liegen klar vor Riesterrente. Betriebliche Altersvorsorge ebenfalls stark im Trend. Sorge um Entwertung von Ersparnissen durch EU-Krise wächst. Wohn-Riester für viel zu kompliziert.

Altersvorsorge
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Die Wirtschaft erholt sich allmählich wieder, ihrem Lebensunterhalt im Alter stehen viele Deutsche dennoch sehr skeptisch gegenüber. Von den Berufstätigen ab 50 Jahre meinen 20%, im Alter nicht ohne staatlichen Zuschuss auskommen zu können, der höchste Wert seit 2006.

Negativrekorde

Aus der jährlichen Postbank-Studie "Altersvorsorge in Deutschland" geht hervor, dass die Deutschen die Perspektiven für ihre Altersabsicherung noch nie so negativ gesehen haben. Einen Negativrekord erreicht aber auch die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge. Um den Ausbau ihrer privaten Altersvorsorge kümmern sich nur rund 50 Prozent der jungen Berufstätigen unter 30 Jahren, die geringste Zahl seit 2003. Vor drei Jahren, als die Finanzkrise noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hatte, planten noch 65 Prozent mehr Engagement für ihre Altersvorsorge. Jeder vierte junge Berufstätige, doppelt so viele wie 2010, will überhaupt nicht mehr weiter vorsorgen. Auch hier die geringste Zahl seit 2003.

Eigenheim liegt vorn

Ein Drittel aller vorsorgewilligen Berufstätigen sehen ihre Sicherheit im Alter durch den Bau oder Kauf eines Eigenheims, mehr als 50 Prozent mehr als 2010. Dabei gilt vor allem für junge Berufstätige unter 30 und die Berufstätigen in Ostdeutschland das Eigenheim als „ideale Vorsorgeform“. Inzwischen liegen Ost- und Westdeutschland fast auf einem Niveau (64 bzw. 68 Prozent). Um reichlich 25 Prozent ist die Zahl der erteilten Baugenehmigungen in den ersten sechs Monaten diesen Jahres bereits gewachsen. Das machte schon Ende Juni 2011 gut 60 Prozent des Gesamtvolumens von 2010 aus. Die guten Zinskonditionen tun ihr übriges zu diesem positiven Trend.

Gold als Vorsorgeanlage

Als besonders sicher betrachten 39 Prozent der Berufstätigen die Anlage ihres Geldes in Goldbarren und –münzen als Altersvorsorge. Jeder Achte will auch tatsächlich in Gold investieren, um seine Finanzen im Alter aufzustocken. Im Vergleich dazu wird die private Riester-Rente nur von 21 Prozent der Berufstätigen als sichere Altersvorsorge angesehen. Der sogenannte und offensichtlich wenig bekannte Wohn-Riester kommt nur auf ganze sieben Prozent. Noch nicht einmal jedem zweiten befragen Berufstätigen ist diese Anlageform auch wirklich geläufig, wie die Postbank-Befragung ergab.

Unsicherheit durch Euro-Krise

Grund für die allgemeine Verunsicherung im Bereich privater Vorsorge ist sicherlich auch die hohe Verschuldung vieler EU-Staaten und die Krise des Euro. Besonders beunruhigt sind ein Drittel der Bundesbürger angesichts einer eventuellen Entwertung von Ersparnissen durch Inflation. Staatliche Rentenkassen könnten durch Zahlungen an andere EU-Länder geplündert werden. Fast die Hälfte aller Befragten zweifelt am Sinn jedweder Anlageform unter den gegebenen Bedingungen. Nur noch 188 Euro investieren vorsorgewillige Bundesbürger monatlich in ihre private Rentenfinanzierung. Das sind um sechs Prozent geschrumpfte Beiträge im Vergleich zu 2010.

Betriebliche Altersvorsorge mit Plus in allen Bereichen

In allen Bereichen konnte die betriebliche Altersvorsorge (bAV) auch 2011 weiter zulegen, wie sich aus der Postbank-Studie ergab. Jeder Zweite (48 Prozent) der Berufstätigen sieht hier die „ideale Form der Alterssicherung“. Gegenüber 2010 erklärten jetzt sogar doppelt so viele Vorsorgewillige, dass sie mehr Geld in der betriebliche Altersvorsorge einsetzen wollen.

Das Fazit aus der Postbank-Studie zur "Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012" ist, dass eine Verstärkung der Anstrengungen zur privaten Altersvorsorge notwendig ist. Schnellere staatlicher Förderung wie „Sofort-Prämien“ bei Riester-Produkten, bessere Beratung in den Betrieben zur betrieblichen Altersvorsorge und die Ausnutzung der positiven Stimmung zum Immobilienerwerb könnten erste Schritte in die richtige Richtung sein.
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