Deutsche zahlten 150 Millionen Euro für Warteschleifen im letzten Jahr

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Die Bürger mussten 2011 rund 150 Millionen Euro für die Zeit in teuren Warteschleifen bei gebührenpflichtigen Rufnummern zahlen, wann die Abschaffung per Gesetz in Kraft tritt ist noch fraglich.

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Gebührenpflichtige Rufnummern verursachen bereits in der Warteschleife enorme Kosten. Rund 150 Millionen Euro mussten die Bürger dafür 2011 zahlen und der Termin für die Abschaffung, die dem per Gesetz ein Ende setzen soll, steht noch immer nicht fest.

Für gebührenpflichtige Rufnummern fallen besonders in den meist enorm langen Warteschleifen hohe Kosten an. Die deutschen Bürger mussten für das Verweilen in den teuren Warteschleifen 2011 rund 150 Millionen Euro zahlen, wie die „Saarbrücker Zeitung“ in der Samstagsausgabe berichtet. Zwar stehen die Warteschleifen bei 0900-Nummern und 0180-Nummern schon lange in der Kritik und sollen auch per Gesetz abgeschafft werden, doch wann dieses in Kraft tritt und die Bürger vor hohen Kosten für das Warten in der Telefonleitung bewahrt, ist noch fraglich.

Berechnung der Grünen-Bundestagsfraktion
Gemäß den Berechnungen der Grünen-Bundestagsfraktion mussten die Bürger in Deutschland 2011 bei Anrufen zu 0900-Nummern insgesamt rund 48 Millionen Minuten in der Warteschleife verharren. Bei einem Ausgangswert von 1,20 Euro pro Minute im Durchschnitt mussten die Deutschen allein für das Warten bei 0900-Nummern 58 Millionen Euro zahlen. Bei Anrufen zu 0180-Nummern standen die Bürger 2011 insgesamt rund 616 Millionen Minuten in den kostenpflichtigen Warteschleifen. Unter Anrechnung eines durchschnittlichen Minutenpreises von 14 Cent kamen dabei insgesamt rund 86 Millionen Euro an Kosten für die Bürger zusammen, die bezahlt werden mussten, ohne dass von den Unternehmen auch nur irgendeine Gegenleistung erbracht wurde. Die Berechnung basiert nach Angaben der Grünen-Bundestagsfraktion auf Branchenzahlen.

Telefonabzocke mit Warteschleifen bei kostenpflichtigen Ruf-Nummern geht ungehindert weiter
Die Grünen-Bundestagsfraktion übt Kritik an der Bundesregierung. Nach Ansicht der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Bärbel Höhn unternimmt die Bundesregierung zu wenig konsequente Schritte, um die Bürger vor der Telefonabzocke zu schützen, denn diese werde unvermittelt weiter betrieben, indem die Deutschen geduldig in teuren Warteschleifen ausharren müssen.

Zwar soll durch das neue Telekommunikationsgesetz eine Abschaffung der teuren Warteschleifen nach und nach erfolgen, doch derzeit ist noch immer unklar, wann mit dem Inkrafttreten des Gesetzes gerechnet werden kann.
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