Deutschlands Vermögssteuer entspricht internationalem Standard

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Studie der KPMG belegt, dass Deutschland bei der Vermögenssteuer dem internationalen Niveau entspricht, KPMG rät von einer Erhöhung ab, um nicht aus dem europäischen Trend auszubrechen

Steuergeld
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Seit 1997 fällt in Deutschland keine Vermögenssteuer mehr an, doch die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die Löcher im Haushalt setzen die Staaten unter Druck neue Geldquellen erschließen zu müssen. Daher sollen die Reichen verstärkt zur Kasse gebeten werden - auch von den europäischen Nachbarn.

Die KPMG-Studie "Vermögenssteuer - wer besteuert, wie?" vergleicht das deutsche Steuerrecht mit den Regelungen zur Vermögensbesteuerung in Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz und den USA. Hierbei werden nicht nur die allgemeine Vermögenssteuer untersucht, sondern auch weitere vermögensbezogene Steuern wie die Grund-, Erbschafts- und Schenkungssteuer.

Die vermögensabhängigen Abgaben nehmen lediglich zwischen 0,07 und 5 Prozent des gesamten Steuervolumens des jeweiligen Landes ein und spielen somit in den teilnehmenden Staaten eine eher untergeordnete Rolle. Lediglich Frankreich liegt mit 8,6 Prozent an der Spitze und hebt sich damit deutlich von den anderen ab. Deutschland liegt mit einem Steueraufkommen von 2,8 Prozent aus dem Vermögen im Mittelfeld.

Auch bei einer Untersuchung der einzelnen vermögensbezogenen Steuerarten liegt Deutschland mit rund zwei Prozent mit den Einnahmen aus der Grundsteuer im Mittelfeld (Österreich 0,5 Prozent, Frankreich 5 Prozent). Während die Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungssteuer in den meisten Staaten eine untergeordnete Rolle spielen, (0,07 Prozent in Italien, Deutschland liegt bei 0,8 Prozent) führt Frankreich wieder das Feld mit einem Prozentsatz von 2,4 an.

Dr. Martin Lenz, verantwortlich für die Studie und Tax-Partner bei KPMG, rät von einer Erhöhung der Vermögenssteuer ab, da die aktuellen Sätze dem internationalen Standard entsprechen. Er mahnt, darauf zu achten, dass auch in Krisenzeiten ein besonderes Augenmerk auf den Forbestand von Unternehmen gelegt wird. Der europäische Trend sollte von Deutschland nicht verlassen werden, zumal nach Dr. Lenz die Erhöhung mit beachtlichen Verwaltungs- und Erhebungskosten sowohl für Finanzbehörden als auch als für die Steuerpflichtigen verbunden wäre.
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