Steuer: Bundesfinanzministerium freut sich über Rekordeinnahmen

  1. Steuer & Recht
  2. Tarifeverzeichnis



Während die Steuerschätzungen für das Gesamtjahr ein Wachstum von 4 % prognostiziert hatten, übertrifft der tatsächliche Zuwachs an Steuer Einnahmen alle Erwartungen.

Steuergeld
© Dan Race - Fotolia.com
In steuerlicher Hinsicht hat die Entwicklung des aktuellen Jahres das Niveau der Schätzungen weit übertroffen. Allein im August, so im Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums für August 2012 nachzulesen, haben die Steuereinnahmen einen Rekordwert erreicht. Eine ähnliche Steigerung wurde zuletzt vor anderthalb Jahren erreicht.

Insgesamt über 352 Milliarden Euro Steuereinnahmen
So gingen Steuerschätzungen für das Gesamtjahr 2012 von steuerlichen Mehreinnahmen in Höhe von 4 % aus. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum Januar bis August konnte jedoch tatsächlich ein Zuwachs 5,8 % erzielt werden - insgesamt 352,6 Milliarden Euro.

Allein der Bund notierte im vergangenen Monat um 10,5 % höhere Steuereinnahmen. Die Länder verzeichneten sogar 13,5 %-ige Mehreinnahmen. In der Summe entfällt auf Bund und Länder ein Plus in Höhe von 12,8 % gegenüber dem August des Vorjahres und damit der höchste Zuwachs seit März 2011.

Auch die öffentlichen Haushalte profitieren von dieser Entwicklung, auch wenn die Höhe der Ausgaben von Januar bis Juli gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,2 % gestiegen sind. Die Einnahmen erreichten auch hier ein Plus von 2,4 %. Summa summarum konnten die Länder ihr Defizit bei 4,6 Milliarden Euro deckeln und damit den Vorjahreswert um knapp 2 Milliarden Euro unterschreiten.

Plus bedingt durch Sondereffekte sowie Konjunktur- und Beschäftigungslage
Zwar ist dieses Ergebnis auch auf Unternehmenssteuern zurückzuführen. Maßgeblich ins Gewicht fallen bei der Betrachtung der Ursachen jedoch die Lohn- sowie die Umsatzsteuern. Um nahezu 12 Milliarden Euro sind die Einnahmen infolge Beschäftigungs- und Einkommenszuwachs angewachsen, was im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 11,1 % entspricht. Umsatzsteuern in Höhe von 16,7 Milliarden Euro kamen hinzu, ein Plus von 4,1 %.

Vorsichtigere Prognose für die kommenden Monate
Für das verbleibende Jahr geht man im Ministerium allerdings von einem langsameren Wirtschaftswachstum aus. Die Gründe hierfür sehe man in der schwächeren Weltkonjunktur, die zu einer Belastung der konjunkturellen Entwicklung Deutschlands führen werde. Auch wenn man im privaten Konsum eine "Wachstumsstütze" sehe, bleibe die Wirkung auf die Steuereinnahmen nicht aus.

Man setzt weiterhin auf steigende Einkommen und einen stabilen Arbeitsmarkt. Im November steht die nächste Steuerschätzung an. Nach aktueller Planungen der Länder geht man für 2012 noch ein Finanzierungsdefizit von insgesamt knapp 15 Milliarden Euro aus.
Mehr zum Thema:

 



Das könnte Sie auch intressieren: