Niederlande und Deutschland sind Spitzenreiter in puncto Altersvorsorge

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Eine Untersuchung belegt angesichts unzureichender Altersvorsorge eine weitere tickende Zeitbombe in Europa, die sich unter der Staatsschuldenkrise versteckt hält.

Altersvorsorge
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Im Auftrag der ING-DiBa wurden mehr als 12.000 Menschen in zwölf europäischen Ländern durch das Marktforschungsunternehmen TNS zu ihrer Altersvorsorge befragt. Während die Menschen in den Niederlanden und Deutschland die Spitzenpositionen in der privaten Vorsorge belegen, sehen die Menschen in den Südländern wie Spanien und Italien eher besorgt in ihre finanzielle Zukunft im Alter.

Knapp 60 % der Deutschen sorgen für das Alter vor

In Form einer privaten oder betrieblichen Altersvorsorge sparen hierzulande 59 % in eine Zusatzrente, darunter 63 % der Männer und 56 % der Frauen. In den Niederlanden sind es 67 % der Erwerbstätigen. Damit liegen beide Länder deutlich über dem europäischen Durchschnitt mit nur 40 % der Bevölkerung. Spanien und Italien indes liegen mit 29 % deutlich darunter. Die Studie lässt Leistungen der staatlichen Rentensysteme unberücksichtigt.

Während in den Südländern die Sorge, im Alter nicht ausreichend Geld für den Ruhestand zur Verfügung zu haben, am größten ist, sind die Menschen in den Niederlanden und Österreich am zuversichtlichsten. In Deutschland sind 26 % der Befragten sorgenfrei, anders als 42 % die unsicher sind. Nur 32 % gaben an, weder besorgt noch unbesorgt zu sein.

"Tickende Zeitbombe in Europa"

Carsten Brzeski, Senior Economist der ING-DiBa, spricht angesichts unzureichender Altersvorsorge von „einer weiteren tickenden Zeitbombe in Europa, die sich unter der Staatsschuldenkrise versteckt hält.“ Die Sorgen der Südeuropäer hält er durchaus für berechtigt, schließlich werde der Druck auf die staatlichen Renten infolge „hoher Arbeitslosigkeit und weiterer Haushaltskonsolidierungen“ noch erhöht werden.

Aktuelle Diskussion kommt nicht von ungefähr
Auch in Deutschland sei die aktuelle politische Diskussion über eine Zuschuss- oder Solidarrente schlicht eine Frage der Zeit gewesen, so Brzeski. Schließlich gaben auf die Fragen nach den Gründe mangelnder Zusatzvorsorge etwa 50 % an, nicht mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet zu sein.

Gleichzeitig erwarten mehr als 50 % der Erwerbstätigen im Ruhestand eine schlechtere Finanzlage als bei heutigen Rentnern. Dieser Einschätzung stimmen 58 % der Rentner zu. 16 % der Befragten gaben an, andere Formen der Altersvorsorge zu bevorzugen, während 8 % keinen Grund angaben und weitere 7 % ihre Ersparnisse anderweitig investieren. 7 % der Befragten überlassen die Altersvorsorge ihrem Partner, hierunter 10 % der Frauen gegenüber 2 % der Männer.
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