Altersarmut in Deutschland bereits ein reales Problem

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Die von der Regierung avisisierte "Zuschussrente" ist kein passendes Instrument gegen Altersarmut, da diese Absicherung lediglich in der Zukunft greift und das aktuelle Problem nicht berücksichtigt.

Altersarmut
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Der Sozialversicherungsexperte im WSI, Eric Seils, erklärt, dass die Altersarmut in Deutschland bereits ein reales Problem darstellt und sich rapide ausbreitet. In 2011 lag die Armutsquote bei Personen über 65 mit 13,3 Prozent etwas unter dem Durchschnitt aller Altersgruppen (15,1 Prozent). Doch seit 2005 ist ein überproportionaler Anstieg der sozialen Not in diesen Altersgruppen festzustellen - um 2,3 Prozentpunkte. Somit stieg die Zahl in den letzten sechs Jahren um rund eine halbe Million. Als arm wird in Deutschland derjenige bezeichnet, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, im letzten Jahr betrug dies für Singels 848 Euro monatlich.

Pensionäre und Rentner über 65 Jahre bildeten im Jahr 2011 eine Armutsquote von 13,8 Prozent. Jüngere Menschen, die vorzeitig in den Ruhestand getreten sind oder eine Rente wegen Erwerbsminderung beziehen, sind in dieser Erhebung nicht erfasst. Seit 2005 stieg die Armutsquote deutlich stärker als bei den Erwerbstätigen, mittlerweile liegt die Quote der betroffenen Senioren um sechs Prozentpunkte höher. Seils warnt, dass die Altersarmut nicht erst in der Zukunft ein Problem darstellen wird, sondern bereits seit Jahren anwächst und dass die "Zuschussrente" der Bundesarbeitsministerin dieses nicht berücksichtige.
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