Minijob-Grenze steigt auf 450 Euro

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2013 soll die Grenze der sozialversicherungfreien Jobs auf 450 Euro steigen. Die Gewerkschaft kritisiert dies. Der Bund verliert deswegen Einnahmen in Millionenhöhe.

Bürokauffrau
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Eine Formulierungshilfe für einen Gesetzentwurf, die das Bundeskabinett bereits billigte, sieht die Erhöhung der Minijob-Grenze auf 450 Euro vor. Diese Erhöhung wurde im Koalitionsvertrag mit der FDP vereinbart und ist ein großes Anliegen der Freien Demokraten.

Die Zahl der Minijobber stieg in den letzten Jahren rasant. Inzwischen arbeiten circa 7 Millionen Bundesbürger in sozialversicherungsfreien Minijobs. Der Arbeitgeber bezahlt für diese Arbeitnehmer die Pauschalsteuer von rund 30 Prozent. Der Arbeitnehmer erhält seinen Lohn brutto für netto. Die Kritik an den Minijobs möchte nicht verstummen. Für die öffentliche Hand wird die Erhöhung teurer.

Seit 2003 wurden die Grenzen des steuerfreien Zuverdienstes nicht erhöht. Flankiert werden soll aber die Anhebung durch eine Versicherungspflicht für die Gesetzliche Rentenversicherung. Auf Antrag können sich die Betroffenen aber hiervon befreien lassen.

Kritik an Minijobs
Scharfe Kritik wird indes laut seitens des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Minijobs seien "ein Katalysator des Niedriglohnsektors", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Beschäftigte im Minijob bekämen im Schnitt einen Stundenlohn von unter acht Euro. "Eine Erhöhung der Minijobmauer führt einzig und allein dazu, dass künftig noch mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Niedriglöhnen arbeiten."

Es ist inzwischen bewiesen, dass ein Minijob in der Regel kein Sprungbrett für eine gute Arbeit ist. Eher führt diese Art von Jobs in eine Arbeitsmarkt politische Sackgasse. Vor allem für Frauen endet dies in Altersarmut.
Die Erwartung, dass die Anhebung der Minijob-Grenze das Einkommen der Minijobber erhöht, nannte Buntenbach "geradezu lächerlich. Dies wird sich auch durch eine Erhöhung der Minijobmauer nicht ändern."

Änderung im Rentenrecht ab 2013
Mit der Reform zum Jahreswechsel 2013 ist eine Änderung im Rentenrecht verbunden: Minijobber müssen es in Zukunft ausdrücklich ablehnen, wenn sie den Rentenbeitrag der Arbeitgeber von 15 Prozent nicht auf den vollen Beitragssatz aufstocken wollen. Ab 2013 entspricht dies rund 40 Prozentpunkten.
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