In deutschen Städten droht Wohnungsmangel

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Wachsende Nachfrage bei geringem Baumangel führt zu einer Wohnraumverknappung in den Städten, starke Mietanstiege in den Ballungszentren und Studentenstädten, Mieterhöhungen durchschnittlich 2,9 im letzten Jahr

Bundesbauminister Ramsauer schlägt Alarm, der Wohnraum in deutschen Städten wird knapp! Die Zahl der Regionen und Städte der Bundesrepublik, steigt nach Aussage des neuen Wohn- und Immobilienwirtschaftsbericht des Bauministeriums. Nachdem Wohnungsnot jahrelang nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, wird sie hervorgerufen durch eine vernachlässigte Bautätigkeit bei wachsender Nachfrage wieder zum Thema.

Mehr Nachfrage als Angebot
Der Bericht, den das Ministerium nach 2009 zum zweiten Mal erstellte, um die Entwicklungen auf dem Markt nachzuverfolgen, geht davon aus, dass die Nachfrage den angebotenen Wohnraum kurzfristig übersteigt.

Hohe Kostenbelastung soll abgefedert werden
Obwohl man keine aktuelle Wohnraumnot befürchtet, führt vor allem in den Ballungszentren die hohe Nachfrage zu steigenden Mietbelastungen, die besonders für einkommensschwache Personen schwer zu leisten sind. So erhöhten sich zum Beispiel in Berlin die Mieten bereits im letzten Jahr um 7,4 Prozent, in Hamburg um 7,5 Prozent und in Greifswald sogar um 10,4 Prozent. Auch kleinere Städte sind von der Erhöhung des Mietniveaus betroffen, verstärkt Kommunen mit einem hohen Studentenanteil. Durchschnittlich stiegen die Mieten im letzten Jahr um 2,9 Prozent. Im Bericht wird die Wichtigkeit einer sozialen Abfederung der Mehrkosten für einkommensschwache Personengruppen verdeutlicht.

Allerdings gibt es auch Regionen mit dem entgegengesetzen Trend, in strukturschwachen Gebieten oder in ländlichen Bereichen (verstärkt in Ostdeutschland) sinken die Einnahmen für Immobilienbesitzer.

Immobilienbesitz attraktive Geldanlage
Nachdem die Bautätigkeit über Jahre hinweg zu gering gewesen sei, geht man in der Studie von einer mittelfristigen Klärung der Situation aus, da der Einsatz im Baugewerbe deutlich angezogen habe. Allerdings sei aktuell eine Verknappung des Wohnraums nicht auszuschließen. Gründe dafür sieht man in der steigenden Nachfrage nach Immobilien durch die positive Wirtschaftsentwicklung, außerdem sind Gebäude sehr begehrt als Anlageform, auch bedingt durch die Eurokrise.

Bundesländer sollen mehr in sozialen Wohnungsbau investieren
Laut der "Ruhr Nachrichten" prangert Bundesbauminister Ramsauer an, dass durch die jahrelange Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus zu wenig preisgünstiger Wohnraum zur Verfügung stehe. Er sieht positiv, dass die Bautätigkeiten verstärkt würden, doch er mahnt eine rechtzeitige Vorsorge und Investition in sozialen Wohnraum der Länder an.
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