Lohngefälle in Deutschland am größten

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Innerhalb Europas ist das Lohngefälle in Deutschland am größten. Die Höhe des Gehaltes hängt hier von Wohnort, Branche, Firmengröße und Geschlecht ab.

Lohnabrechnung
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OECD-Angaben zufolge ist Deutschland der Industriestaat mit dem höchsten Lohngefälle in Europa. Eine Studie der Online-Jobbörse Stepstone belegt, dass die genaue Höhe des Einkommens von den Faktoren Wohnort, Branche, Firmengröße und Geschlecht abhängt.

Lohngefälle zwischen den Geschlechtern in Deutschland bei über 20 %
Im Rahmen der Studie wurden 40.000 vollbeschäftigte Personen befragt. Das Ergebnis dokumentiert der Gehaltsreport 2012. Demnach zahlen große Unternehmen höhere Gehälter. Deutliche Unterscheide gibt zudem zwischen den Bundesländern. So stehen Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen an der SpitzeSachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen jedoch am Ende des Rankings.

Auch das Geschlecht bestimmt maßgeblich die Höhe des Salaires. Frauen in Führungspositionen verdienen durchschnittlich etwa 14.000 € weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Differenz beträgt im Bereich Finanzen 34,6 €, im Marketing und Vertrieb zahlt man Frauen sogar nur 2/3 des Gehaltes ihrer männlichen Kollegen.

Weiteres Kriterium: Die Branche. In den Bereichen Dienstleistung, soziale Dienste, Agentur, Marketing und PR ist die Bezahlung vergleichsweise schlecht. Geringere Differenzen zeigen sich im IT-Bereich, in technischen Berufen oder bei Ingenieursstellen. In der Unternehmensberatung, bei Banken oder in der Chemieindustrie liegen die Jahresgehälter für Frauen bei 58.000 bis 60.000 €.

Bestätigung der Zahlen durch OECD-Angaben
Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stützen die Studienergebnisse. In den 34 Industriestaaten der OECD beträgt der Unterschied der Verdienste vollzeitbeschäftigter Frauen gegenüber Männern im Schnitt etwa 16 %, in Deutschland 21,6 %. In Norwegen oder Belgien sind es sogar nur 8,4 respektive 8,9 %. In diesen beiden Ländern liegt die Frauenquote hinsichtlich Führungspositionen bei 10 %, in Deutschland bei weniger als 4 %.

Die Top-Verdiener
Mit einem Bruttojahresgehalt von im Schnitt etwa 89.000 € gehören Ärzte nach wie vor zu den Top-Verdienern. Aber auch im Fach Jura promovierte Männer, die in Hessen wohnen und für eine große Unternehmensberatung arbeiten, zählen zu den Top-Verdienern.
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